Das Grossmünster in Zürich – von einer Legende zum Wahrzeichen (Teil 1)

05.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  |  1 Kommentar
Das Grossmünster in Zürich war bis zum Beginn der Reformation eine katholische Pfarrkirche und gehörte zu einem weltlichen Chorherrenstift. Ihre Schutzpatrone sind die Heiligen Felix und Regula sowie der Heilige Exuperantius. Mit ihren charakteristischen und markanten Zwillingstürmen gehört sie zu den Wahrzeichen der Stadt. Ursprünglich hiess sie einfach nur Zürcher Kirche. Der Name Grossmünster taucht erstmals im Jahr 1322 auf – wahrscheinlich, um sie sprachlich vom kleineren Fraumünster abzugrenzen.

Das Grossmünster hat eine interessante Gründungslegende, die schriftlich zum ersten Mal im 8. Jahrhundert nachgewiesen ist. Felix und Regula waren Mitglieder der sogenannten Thebäischen Legion, einem Teil der römischen Armee. Die Legion trat im 3. Jahrhundert angeblich geschlossen zum Christentum über und wurde – weil sie sich weigerte, gegen „christliche Brüder“ zu kämpfen – komplett hingerichtet. Wahrscheinlich gehört aber auch diese Geschichte in den Bereich der Legenden. Von Althistorikern wird sie jedenfalls fast durchweg bestritten.

Weiterlesen

Bund bremst Listung der historischen Gotthard-Bergstrecke als UNESCO-Weltkulturerbe aus

29.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Die Schweiz gehört bekanntermassen zu den eher kleinen Ländern auf dem europäischen Kontinent. Was hier in Sachen Denkmalpflege zu leisten ist, gehört hingegen auf die grosse Europakarte. Reich an den unterschiedlichsten Naturschönheiten, architektonischen Meisterwerken und historischer Substanz lässt die Schweiz für den Denkmalschutz jede Menge interessanter Spielräume offen.

Schade, wenn diese unter teils fadenscheinigen Argumenten wie bei der Gotthard-Bergstrecke der Eisenbahn zum Opfer fallen. Hier scheiden sich nicht nur die Geister, sondern auch das Geld trennt Verstand und Gefühl für ein nationales Denkmal.

Weiterlesen

Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf

22.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Im Quartier der internationalen Organisationen und in direkter Nachbarschaft des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) liegt das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf. Es steht auf der Liste der Denkmalpflege und zeigt sich nach einer umfassenden Sanierung und konzeptionellen Umgestaltung seit Frühling 2013 in neuem Gewand.

Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Aktivitäten und die Geschichte der beiden Organisationen umfassend und anschaulich zu dokumentieren, wobei ein wesentlicher Schwerpunkt auf der Gegenwart liegt. Neben der Dauerausstellung werden deshalb auch immer wieder Sonderausstellungen mit aktuellen Bezügen durchgeführt.

Weiterlesen

Das Ritterhaus in Bubikon

16.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Das Ritterhaus Bubikon im Kanton Zürich war eine Kommende des Johanniter- bzw. Malteserordens und gilt heute als besterhaltene Anlage dieser Art in Europa. Das genaue Gründungsdatum ist nicht bekannt, wahrscheinlich erfolgte die Stiftung aber im Zeitraum zwischen 1191 und 1198. Die Kapelle enthält ein Stifterbild, das mit der Jahreszahl 1192 datiert ist, deshalb gilt dieses Datum traditionell als Gründungsjahr.

Grund für die Stiftung waren wohl Erbschaftsstreitigkeiten zwischen Freiherren der Toggenburger und der Rapperswiler. Diethelm V. von Toggenburg schenkte dem Johanniterorden verschiedene Güter, um sie der Konkurrenz zu entziehen. Später folgten weitere Geschenke der Rapperswiler, so dass beide Familien als Stifter gelten können.

Weiterlesen

Schwimmende Denkmäler – die Dampfschiffe des Vierwaldstättersees

04.04.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Auf dem Vierwaldstättersee treffen Denkmalpflege und Nostalgie in Form von fünf alten Raddampfern aufeinander, die in ihrer Kombination ziemlich einmalig sind. Die Flotte umfasst den jüngsten (Stadt Luzern) und den ältesten (Uri), den schnellsten (Gallia) und den wohl schönsten (Schiller) Raddampfer auf den Schweizer Seen. Die Nummer Fünf im Bunde ist mit einer Maschine bestückt, die schon 1899 vor der Montage auf der Pariser Weltausstellung gezeigt wurde.

Betreiber der aufwändig und liebevoll restaurierten Dampfer ist die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV), die sie kommerziell einsetzt und damit der Öffentlichkeit zugänglich macht. An dieser Stelle möchten wir die Schiffe und ihre Historie kurz vorstellen – und vielleicht Lust auf mehr machen. Sie alle sind als Kulturgut von nationaler Bedeutung der Kategorie A eingestuft und stehen unter dem besonderen Schutz der Denkmalpflege.

Weiterlesen

Nach der Renovation im Maihofschulhaus: So macht Lernen wieder Spass!

28.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  |  2 Kommentare
Das Schulanlage Maihof am Rande der Stadt Luzern stammt aus der Zeit des Späthistorismus und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des Heimatstils bei den städtischen Schulhäusern. Nach jahrzehntelangem Schulbetrieb war die Sanierung und Modernisierung dringend notwendig. Ende 2012 waren die Arbeiten abgeschlossen, seitdem ist das Maihofschulhaus mit seinen Nebengebäuden wieder ein lebendiges Zentrum für Kinder.

Die Erhaltung der historischen Konstruktion

Der bekannte Luzerner Architekt Othmar Schnyder war im Jahr 1906 für die Erbauung der Schulanlage Maihof verantwortlich. Die Maihofschule befindet sich auf der Kuppe des Schlossbergs und ist gemeinsam mit der denkmalgeschützten Kirche St. Josef der Mittelpunkt des Maihofquartiers. Das Schulhaus, die Pausenhalle und die Turnhalle stehen nebeneinander und prägen das Strassenbild.

Weiterlesen

Bereits zum 21. Mal: Die Europäischen Tage des Denkmals

26.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege, Events  | 
Diesen Termin lassen sich an Kultur und Historie Interessierte nicht entgehen: Am 13. und 14. September 2014 finden zum wiederholten Male die Europäischen Tage des Denkmals statt. Auch in der Schweiz kann diese Veranstaltung mittlerweile auf eine hohe Besucherzahl vertrauen. Der Denkmaltag wird in 48 europäischen Ländern begangen. Dafür setzt sich der Europarat ein, er gilt als offizieller Förderer.

In der Schweiz gibt es an über hundert verschiedenen Plätzen und Orten vieles zu entdecken. Das Programm steht unter dem Motto „Zu Tisch“ und zeigt die Entwicklung von Küche, Essen und Trinken im Lauf der Zeit.

Weiterlesen

Zurück ins Jahr 1893: Die Villa Zinggeler in Richterswil erstrahlt in neuem Glanz

18.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
In der Gemeinde Richterswil spielte die Industriellenfamilie Zinggeler als Arbeitgeber in der Vergangenheit eine grosse Rolle. Als im Jahr 2010 die Spinnereigebäude an der Seestrasse vollständig ausbrannten, war das städtebauliche Erscheinungsbild davon stark betroffen. Die Direktorenvilla, die sich neben den Industriegebäuden befindet, wurde ab dem Jahr 2009 renoviert. Seit September 2013 sind die Renovationsarbeiten an der Fabrikantenvilla vollständig abgeschlossen.

Die Geschichte der Villa Zinggeler

Die Gemeinde Richterswil gehört zum Bezirk Horgen im Kanton Zürich. Hier betrieb die Familei Zinggeler eine Spinnerei. Nach vielen Jahren der Nutzung standen die Fabrikgebäude und die Fabrikantenvilla leer. Geplant waren Abbrucharbeiten an den Produktionsstätten, nachdem auf dem Gelände neue Wohnhäuser errichtet werden sollten. Während der Arbeiten kam es zum Funkenflug, der sich schnell zum Brand entwickelte und die Spinnereigebäude vollständig ausbrennen liess. Schon seit 2009 waren in der Villa im spätklassizistischen Stil Renovationsarbeiten im Gange. In der Villa hatte von 1997 bis 2004 ein Clubbetrieb stattgefunden, der die Räume und die Innenausstattung in Mitleidenschaft gezogen hatte.

Weiterlesen

Ein Schmuckstück unter den Zürcher Barockbauten: Das Haus zum Rechberg

17.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  |  1 Kommentar
Der Hirschengraben in Zürich ist eine gute Adresse. Hier wird viel Wert auf die Erhaltung und sinnvolle Restaurierung denkmalgeschützter Objekte gelegt. Das Rechberghaus am Hirschengraben 40 und der dazu gehörige Rechberggarten sind lebendige Beweise einer funktionierenden Denkmalpflege.

Zweijährige Bauarbeiten zeigen Erfolg

Knapp zwei Jahre dauerten die Arbeiten am Haus zum Rechberg. Das Gebäude ist in staatlichem Eigentum und wird vielfältig genutzt. Die Sanierung umfasste die unterschiedlichsten baulichen und gestalterischen Massnahmen. Besonders hervorzuheben ist die behindertengerechte Erschliessung. Am 29. März 2014 kann das gesamte Ensemble von der Bevölkerung besichtigt werden.

Weiterlesen

Das ehemalige Kratzquartier in der Züricher Innenstadt gibt Geheimnisse preis

13.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Das Kratzquartier in Zürich existiert nur noch auf alten Illustrationen und Fotos. Im Zuge der „Grossen Bauperiode“ wurde es in den Jahren von 1877 bis 1891 vollständig abgerissen und durch neue Bauten ersetzt. Bei diversen Werkleitungssanierungen, die von der Stadtarchäologie begleitet wurden, kam im letzten Jahr allerdings eine grosse Zahl an Funden aus der Vergangenheit ans Tageslicht, die eine teilweise Rekonstruierung des Quartiers erlauben.

Das Kratzviertel entstand am ehemaligen Stadtrand zwischen Zürichsee und Fraumünster-Abtei. Bis auf einen schmalen Zugang zur Limmat war es durch das Kloster, den See und die Stadtmauer abgeschlossen. Daher rührt wohl auch der Name. „Kratten“ ist ein anderes Wort für Korb und deutet auf die Sackgasse hin, die das Viertel bildete. Die erste urkundliche Erwähnung des Kratzquartiers stammt aus dem Jahr 1315. Bis zum Reformationsjahr 1524 war es im Besitz der Fraumünster-Abtei.

Weiterlesen