Der heutige Artikel auf unserem Blog widmet sich der Archäologie und hier einem ganz speziellen Bereich: den Funden aus dem Eis. Dies ist gleichzeitig der Wunschartikel aus unserem kleinen Wettbewerb.
Der Hitzesommer 2003 hatte nicht nur vorübergehende Auswirkungen auf die Natur, er hat auch langfristig seine Spuren hinterlassen: Überall in den Bergen schmolzen kleine Eisfelder dahin. Was dabei an manchen Stellen zum Vorschein kam, liess die Herzen der Archäologen höherschlagen.
Burganlagen, Burgruinen oder Orte, an denen früher eine Burg stand, gibt es in allen Regionen der Schweiz. Nicht umsonst wird unser Land auch als „Burgenparadies“ bezeichnet.
Das Mittelalter und seine Burgen faszinieren viele Menschen. Für einige sind Burgruinen willkommene Ausflugs- und Wanderziele, andere beschäftigen sich mit der Geschichte. Privatpersonen, Vereine, Archäologie und Denkmalpflege setzen sich für die Erforschung und den Erhalt der geheimnisvollen Zeitzeugen ein.
In einigen Kantonen ziehen die Denkmalpfleger die Wanderschuhe nicht nur in der Freizeit an. Ihre Arbeit führt sie mitunter an Orte, die nur zu Fuss oder mit der Seilbahn erreichbar sind. So beispielsweise auf die Alp Wannelen, einem zum Urnerboden gehörenden Oberstafel.
Das kleine Alpdörfli versetzt den Besucher in der Zeit zurück: Die neun Alpütten, sechs Ställe, sechs Käsereien, eine Seilhütte, sechs Käsespeicher und auch das Alpenbeizli stehen unter Denkmalschutz. Der fast 70-jährige Senn Franz Müller kommt sein Leben lang schon hier herauf, als Baby von den Eltern im Rucksack getragen. Die Seilbahn gab es damals noch nicht.
Ardez gehört zu den Vorzeigedörfern des Unterengadins. Das Dorf mit der Burgruine Steinsberg, seinem Wahrzeichen, steht unter europäischem Denkmalschutz. Es sollte deshalb in unserem Blog nicht fehlen.
Während die meisten anderen Dörfer im Engadin im Mittelalter oder in der Neuzeit von Naturkatastrophen und Bränden verwüstet wurden, blieb Ardez seit 1622 verschont. Das fast 400-jährige Dorf ist ein unschätzbarer Zeitzeuge, was Denkmalpflege und Heimatschutz zu würdigen wussten.
Die Charta von Burra wurde 1979 beschlossen und legt international gültige Richtlinien für die Denkmalpflege und den Umgang mit Denkmälern fest. Sie wurde inzwischen mehrfach modifiziert.
Jeder Architekt, der im Bereich Denkmalpflege tätig ist, muss sich ständig mit den verschiedenen Artikeln der Charta des ICOMOS (International Council on Monuments and Sites) auseinandersetzen.
Der Gotthardpass gilt seit dem Mittelalter als eine der bedeutendsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Auch den Römern war er bereits bekannt, die jedoch ihre Strassen bevorzugt über Reschenpass, Brenner und Septimer anlegten.
Benutzten die Römer doch einmal die Verbindung über den Gotthard, stellte die Schöllenenschlucht ein fast unüberwindbares Hindernis dar. Dank Funden römischer Münzen konnten Archäologen ableiten, dass zu jener Zeit die Schöllenen auf Saumpfaden umständlich umgangen wurde. Um Warentransport und Personenverkehr zu ermöglichen, baute man 1220 die Twärrenbrücke, gefolgt von der Teufelsbrücke, über die Reuss.
Die Region am Neuenburgersee ist reich an geschichtsträchtigen Orten und Bauwerken. Einige davon möchte ich Ihnen in diesem Artikel vorstellen. Allerdings musste ich bei der enormen Anzahl an denkmal- und heimatgeschützten Objekten eine Auswahl treffen und entschied mich daher, über die Geschichte der Dörfer Hauterive, Grandson und Concise zu berichten. Alle drei verfügen über einzigartige Zeitzeugen, weshalb sie in unserem Blog nicht fehlen sollten!
Wie aus uralten Aufzeichnungen hervorgeht, wurden die Seen im Jura, so auch der Lac de Neuchâtel (Neuenburgersee), schon vor Tausenden von Jahren für Transporte genutzt. Zwar kannte man noch keine Schiffe, aber Baumstämme, ausgehöhlt und ausgebrannt, erfüllten den Zweck ebenso. In Hauterive, in der Nähe von Neuchâtel, können Sie originalgetreue Nachbildungen dieser Transportmittel bestaunen.
Ich werde öfter gefragt, wie ich auf die Themen komme, über die ich schreibe. Das ist ganz verschieden.
Ich bin als Wanderfan in allen Regionen der Schweiz zu Fuss unterwegs. Da entdeckt man manch wundervolle historische Gebäude, verträumte Dörfer, prächtige Kirchen und geheimnisvolle Ruinen. Und dann sind da natürlich die Menschen, denen man unterwegs begegnet und die gerne von ihrer Heimat berichten. Noch nie sass ich hier und überlegte, worüber ich schreiben könnte. Ich habe das Glück, dass die Textideen von selber zu mir kommen. So auch die folgende.
Die römische „Schnellstrasse“, die Avenches (Aventicum) und Kaiseraugst (Augusta Raurica) verband, führte über den Oberen Hauenstein bei Langenbruck. Nach der Christianisierung wurde die Region der Herrschaft der Fürstbischöfe von Basel unterstellt. In der Folge bewachten die Bechburger und Falkensteiner die Gegend von strategisch wichtigen Hügeln und Felsen aus: Im Mittelalter liessen die Freiherren von Bechburg vier Burgen erbauen, von denen später zwei in den Besitz der Freiherren von Falkenstein gelangten.
Ein Foto, welches ich von der Burg Neu-Falkenstein sah, weckte mein Interesse. Also begann ich ein wenig zu recherchieren und beschloss spontan, meine Wandergruppe zu einer Burgenwanderung einzuladen, um vor Ort mehr über die Geschichte der Bechburger und der Falkensteiner zu erfahren. Die Angaben, die ich im Internet las, waren teilweise unvollständig oder widersprüchlich. Auch in der Bibliothek fand ich nicht viel über das Leben auf diesen Burgen. Wir besuchten die beiden, ganzjährig freizugänglichen, Ruinen Alt-Bechburg und Neu-Falkenstein. Diese möchte ich Ihnen hier näher vorstellen, wobei ich versuche, die recherchierten Informationen mit denen der Infotafeln vor Ort in einen Zusammenhang zu bringen.
Der Jurapark ist reich an historischen Stätten. Sie lassen sich am besten zu Fuss oder mit dem Velo erkunden.Wer hierherkommt, kriegt eine Menge geboten: Naturerlebnisse, Kraftorte und historische Stätten laden in diese zwischen Flusstälern und Jurahöhen gelegene Region ein. Wandermöglichkeiten gibt es viele, die schönsten beginnen bei der Linner Linde, die seit rund 800 Jahren vor den Toren des kleinen Dorfes Linn am Bözberg steht.
Man kann von hier aus zum Beispiel dem Natur- und Kulturweg folgen, auf die Staffelegg oder nach Herznach, Schinznach-Bad und Brugg wandern. Dabei lassen sich uralte Zeitzeugen sowie Dörfer mit wunderschönen, unter Heimatschutz stehenden Häusern und Kirchen entdecken.
Im Herzen der Schweiz liegt das Emmental, wohin mein heutiger Blogbeitrag führt. 2014 lud die Regionalgruppe Burgdorf des Berner Heimatschutzes anlässlich des Europäischen Tages des Denkmals zu einer Wanderung zur Alp Rämisgummen ein. Rämisgummen gehört zu den grössten Emmentaler Alpen und ist eine der wenigen, die trotz des Zusammenbruchs des Küherwesens im 19. Jahrhundert ihren Betrieb aufrechterhalten konnten.
Küherwesen? Als ich erstmals, im Zusammenhang mit der Alp Rämisgummen, diesen Begriff las, dachte ich, das sei ein Schreibfehler oder ein regionaler Begriff für Älpler. Aber da irrte ich mich! Es handelt sich um eine ausgestorbene Berufsgruppe, welche viele Bräuche und Traditionen hervorbrachte und somit die Emmentaler Kultur massgeblich mit prägte. Küher gab es vor allem im westlichen Voralpengebiet, in der Napfregion, aber auch im Greyerzerland. Das Zentrum lag jedoch im Emmental, einer Region, die erst seit dem Mittelalter besiedelt ist.
In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wäre beinahe ein schützenswertes Objekt, welches heute ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Gruppen und Vereine ist, abgebrochen worden: die Ziegelhütte in der Gemeinde Cham im Kanton Zug. Als einziges Ziegelei-Museum der Schweiz gibt es Einblicke in das uralte Ziegeleihandwerk. Führungen und Ausstellungen erwarten die Besucher ebenso, wie Workshops und Spielplatz.
Hier dreht sich alles um Lehm. Zieglerkurse laden Jung und Alt ein, selbst aktiv zu werden und mit eigenen Händen eine Lehmskulptur oder einen Ziegel zu schaffen. Wie könnte man besser einen Einblick in die Geschichte des ältesten Baustoffes und der damit verbundenen handwerklichen Tätigkeiten erhalten?
Nachdem mein Text über die Burg Kropfenstein und das Dorf Waltensburg veröffentlich worden war, bekam ich sehr nette Nachrichten auf Facebook. Ich wurde auf die weiteren Burgen in der Region aufmerksam gemacht und bekam gleich noch ein paar Wandertipps dazu. Dafür nochmals herzlichen Dank!
Auf einer kurzen Wanderung erreicht man den Munt Sogn Gieri ab Waltensburg in nur etwa 1 ½ Stunden. Es geht über Feldwege und schmale Bergwege 295 m bergab und 40 m bergauf. Die ideale Jahreszeit für einen Familienausflug ist vom späten Frühling bis in den Herbst hinein. Im Terra Grischuna Verlag erschien 2003 „Märchenhaftes Wandern. Auf den Spuren von Bündner Sagen und Märchen“ und darin wird auch die Sage vom schatzhütenden Burgfräulein auf Jörgenberg erzählt. Einen Schatz habe ich bisher weder bei dieser noch einer anderen Burg entdeckt, was meine Begeisterung für Burgen, Schlösser, Kirchen und Ruinen natürlich nicht trübt. Der Ausflug auf den Munt Sogn Gieri ist ein Highlight für Burgenfans!
Im Kanton St. Gallen, am Walensee, und zur politischen Gemeinde Quarten gehörend, liegt das zauberhafte Dorf Quinten. Der kleine Ort hat nur rund 60 Einwohner. Diese dürfen sich, wie auch die vielen Besucher, am südländischen Klima und einem geschützten Ortskern erfreuen. Unterhalb der steilen Südhänge der Churfürsten wird hier eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 12 Grad erreicht.
Da gedeiht nicht nur köstlicher Wein, sondern wachsen auch exotische Früchte, wie Kiwis oder Feigen. Die herrliche Vegetation und die gepflegten Gebäude lassen in Quinten sofort Ferienstimmung aufkommen. Das Dorf ist absolut sehenswert, nicht umsonst wird es in der Liste der Ortsbilder von nationaler Bedeutung aufgeführt.
[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Im Herbst traf ich mich mit einer Kollegin in Bern. Wir hatten uns lange nicht gesehen und wollten eigentlich nur zusammen essen und ein paar Neuigkeiten austauschen. Bern war zufällig gewählt, weil es in der Mitte unserer Wohnorte liegt. Dass wir eine einmalige Stadtrundfahrt durch unsere traumhaft schöne Hauptstadt und hochinteressante Informationen zur Geschichte und den Bauwerken bekommen werden, ahnten wir nicht.
Wir trafen uns am Bahnhof und machten uns auf den Weg, ein thailändisches Restaurant zu suchen, da wir beide die feurige Thaiküche mögen. Wir schlenderten in Richtung der barocken Heiliggeistkirche, die sich in unmittelbarer Bahnhofsnähe befindet. Sie gilt als eines der Wahrzeichen der Hauptstadt.
[vc_row][vc_column][vc_column_text]Wahrscheinlich haben Sie genug von den derzeitigen Nachrichten und keine Lust mehr, noch weitere Berichte über Kriege zu lesen. Ich kann Ihnen versichern, dass dies hier kein Kriegsbericht ist, sondern dass es um historische und teilweise umstrittene Bauwerke geht: Die umgangssprachlich als Tobleronen bezeichneten Panzersperren, sind vielerorts in der Schweiz anzutreffen. Die Natur hatte jahrzehntelang Zeit, die schmucklosen grauen Betonspitzen mit Grün zu überziehen, und mitunter sind sie auf Anhieb von normalem Fels gar nicht zu unterscheiden.
Während sich die einen an den Panzersperren stören oder gar unter diesen Hindernissen zu leiden haben, kämpfen andere für ihren Erhalt. Gehen wir zuerst in den Kanton Bern. In der Nähe von Thun befindet sich der Ort Wimmis. Wer sich für Militärhistorik interessiert, findet hier eine wahre Fundgrube vor. Bereits die römische Armee hinterliess ihre Spuren. Im Jahre 1917 wurde in der Region eine Pulverfabrik errichtet. Und im 2. Weltkrieg veranlasste General Guisan den Bau der Festung Burgfluh. Zu dieser gehören etliche Toblerone: Panzersperren, die hier unglücklicherweise durch eine Landwirtschaftszone führen.
[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Über die Geschichte von Glarus zu berichten, ohne das älteste Schweizer Markenprodukt zu erwähnen, ist fast nicht möglich. Deshalb widme ich den ersten Teil dieses Artikels dem Glarner Schabziger, der auch in der Liste „Kulinarisches Erbe der Schweiz“ aufgeführt ist. Wussten Sie, dass es eine solche Datenbank gibt? Der Verein Kulinarisches Erbe der Schweiz wurde 2004 gegründet und erfasst unsere traditionellen Lebensmittel, deren Geschichte oft mit der Region, aus welcher sie stammen, eng verbunden ist.
Das „Ziegerbrütli“, wie der Glarner Schabziger in seiner Heimatregion auch genannt wird, gehört zum Glarnerland wie Fridolin, wie Vrenelis Gärtli oder die alten Fabrikgebäude, Zeitzeugen der Glarner Textilindustrie. Wann genau der würzige Käse kreiert wurde, lässt sich nicht genau sagen, es muss irgendwann zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert gewesen sein. Das Glarnerland gehörte damals jedenfalls noch dem Kloster Säckingen. Ein Teil des Zehnten, welchen die Bauern abgeben mussten, war ein Magerkäse aus Kuhmilch: der Ziger. Die Klosterfrauen empfanden seinen Geschmack als zu fade und kamen deshalb auf die Idee, ihn mit gemahlenen Hornklee-Blättern zu würzen. Ausser Salz kannten sie bis dahin keine Gewürze, Hornklee war ihnen allerdings bekannt.
[vc_row][vc_column width="1/1"][vc_column_text]Der Bezirk Affoltern liegt mit seinen 14 Gemeinden im Kanton Zürich. Eingebettet zwischen Reuss und Albiskette grenzt er an die Kantone Zug und Aargau. Die Region ist unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt. Die geläufigsten sind: Knonaueramt, Säuliamt und Zürcher Freiamt.
Natur, prächtiges Bauernland und etliche Zeitzeugen locken die Städter in der Freizeit hierher. Heimatschutz und Denkmalpflege setzen sich für den Fortbestand der Ortsbilder ein und dafür, dass trotz Bauboom der Charakter der Region erhalten bleibt. Dieser Artikel zeigt in einem Streifzug durch die Dörfer und Städtchen des Säuliamtes Spuren der Geschichte und interessante Bauwerke aus verschiedenen Epochen. Zuerst machen wir einen Abstecher in die Jungsteinzeit, etwa zwei bis vier Jahrhunderte vor Christus: