20. September 2026

Historische Hotels der Schweiz: Baukultur zwischen Tradition und zeitgemässem Betrieb

Historische Hotels gehören zu den anschaulichsten Zeugnissen der Schweizer Tourismus- und Baugeschichte. Grandhotels, Kurhäuser, Gasthöfe und ehemalige Pensionen erzählen von frühen Bahnverbindungen, alpinen Kuren, mondänen Gesellschaftsreisen und der Entwicklung ganzer Ferienorte. Ihre Zukunft hängt jedoch nicht allein von restaurierten Fassaden und originalen Salons ab. Erst ein wirtschaftlich tragfähiger Hotelbetrieb hält diese Häuser dauerhaft lebendig. Daraus entsteht eine anspruchsvolle Aufgabe: Historische Raumfolgen, Oberflächen und Ausstattungen sollen erhalten bleiben, während Brandschutz, Gebäudetechnik, Arbeitsabläufe und heutiger Komfort weiterentwickelt werden. Gute Lösungen verstecken die Gegenwart nicht vollständig und drängen sie ebenso wenig in den Vordergrund. Sie behandeln den Bestand als Ausgangspunkt für präzise, zurückhaltende Eingriffe.

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Archäologische Funde auf Baustellen: Was nach einer Entdeckung geschieht

Wenn beim Aushub eine Mauer, eine dunkle Bodenschicht, Keramikscherben oder menschliche Knochen sichtbar werden, treffen zwei sehr unterschiedliche Zeitabläufe aufeinander. Die Baustelle ist auf Termine, Maschinen und rasche Arbeitsfortschritte ausgerichtet. Archäologische Spuren lassen sich dagegen nur einmal ungestört untersuchen. In der Schweiz gilt deshalb ein klarer Grundsatz: Verdächtige Funde und Befunde bleiben an ihrem Platz und werden umgehend der zuständigen kantonalen Fachstelle gemeldet. Nicht jeder Steinverband ist römisch und nicht jede Scherbe stammt aus dem Mittelalter. Trotzdem darf die Beurteilung nicht durch eigenständiges Freilegen, Reinigen oder Weiterbaggern vorweggenommen werden. Erst Fachpersonen können anhand der Fundlage, der Bodenschichten und des Umfelds entscheiden, ob tatsächlich eine archäologische Fundstelle vorliegt. Anschliessend wird festgelegt, ob eine kurze Dokumentation genügt, eine baubegleitende Untersuchung folgt oder eine Rettungsgrabung notwendig wird.

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Kirchenräume restaurieren: Nutzung, Akustik und historische Ausstattung zusammendenken

Kirchenräume sind zugleich Orte des Gottesdienstes, gebaute Geschichtszeugnisse und anspruchsvolle öffentliche Versammlungsräume. Architektur, Altäre, Kanzeln, Orgeln, Glasmalereien, Wandfassungen und liturgische Wege bilden ein über Jahrhunderte gewachsenes Gefüge. Soll ein solcher Raum restauriert und heutigen Bedürfnissen angepasst werden, dürfen Nutzung, Akustik, Haustechnik und Ausstattung nicht getrennt geplant werden. Jede Veränderung kann mehrere dieser Bereiche gleichzeitig beeinflussen. Neue Veranstaltungsformen, kleinere Kirchgemeinden, hindernisfreie Zugänge oder höhere Anforderungen an Sicherheit und Komfort erzeugen nachvollziehbare Veränderungswünsche. Dennoch ist ein Kirchenraum kein neutraler Saal, der beliebig möbliert und technisch ausgerüstet werden kann. Eine tragfähige Restaurierung beginnt mit der Frage, welche Werte den Raum ausmachen und welche Eingriffe für seine weitere Nutzung tatsächlich notwendig sind.

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