Spielbanken in denkmalgeschützten Gebäuden geschlossen – Alternative

Die realen Spielbanken sind überall auf der Welt geschlossen oder dürfen nur mit einer minimalen Kapazität betrieben werden. Besonders betroffen sind hierbei die Länder, in denen es ein staatliches Glücksspielmonopol gibt.

Schon vor der weltweiten Gesundheitskrise hatten viele reale Spielbanken und Casinos mit der Konkurrenz aus dem Internet zu kämpfen. Viele der traditionellen Spielbanken in Deutschland sind in prunkvollen, denkmalgeschützten Gebäuden untergebracht. Man denke nur an das Kurhaus in Wiesbaden oder das saarländische Schloss Berg an der Obermosel. Die einnahmen aus den Spielbetrieben waren ein wichtiger Bestandteil zur Unterhaltung der Gebäude.

iGaming boomt auch in Deutschland

Schon vor 2020 kamen die Casinos und Spielhallen unter Druck. Die Konkurrenz im Internet wurde immer beliebter. Online Casinos wie casimba.com spriessen wie Pilze nach einem lauen Sommerregen aus dem Boden und machen den staatliche geführten Spielbanken das Leben schwer. 2020 verbuchten die Online Spielhallen einen enormen Zulauf. Viele, die gelegentlich eine Spielothek oder ein Casino besuchten mussten ab März 2020 darauf verzichten und entdeckten die Online Spielhallen für sich.

Viele Millionen Euro wurden daher in die Online Häuser getragen, während die staatlichen Casinos leer ausgingen. Dabei ist Online Glücksspiel in Deutschland eigentlich illegal. Wir schreiben „eigentlich“, da sich internationale Anbieter auf die Dienstleistungsfreiheit innerhalb der EU berufen und über eine Lizenz der maltesischen Regulierungsbehörde MGA (Malta Gaming Authority) verfügen.

Die Betreiber der Online Casinos machen sich auch das Chaos in der deutschen Glücksspielregulierung zunutze. Der geltende Glücksspielstaatsvertrag ist in den grössten Teilen zwei Jahrzehnte alt und lässt iGaming fast komplett aussen vor. Schleswig-Holstein, das kleine Bundesland hoch im Norden der Republik hat einen Alleingang gewagt und seine eigene Glücksspiellizenz gestartet. Das spielt den Landesfürsten jährlich Millionen in die notorisch leeren Staatskassen. Den anderen 15 Bundesländern ringt das Steuergeld mangels Lizensierung durch die Finger.


iGaming als Alternative zur Spielbank (Bild: Virrage Images - shutterstock.com)

iGaming als Alternative zur Spielbank (Bild: Virrage Images – shutterstock.com)


Neues Glücksspielgesetz soll iGaming in Deutschland regulieren

Nach vielen misslungenen Versuchen will Deutschland nun endlich das Glücksspielgesetz reformieren. Nach langem Ringen wurde ein neues Gesetz auf den Weg gebracht, welches zum Juli 2021 in Kraft treten soll. Laut diesem Gesetz soll es dann auch eine deutsche Glücksspiellizenz für Online Casinos geben. Die wesentlichen Hürden wurden bereits genommen und selbst die wichtigen Personalien in Brüssel haben Ihren Stempel unter das Papier gesetzt und damit bestätigt, dass alles im Rahmen der europäischen Gesetze läuft.

Das hört sich zunächst eigentlich recht gut an. Allerdings rumort es tief in den Staatskanzleien. Je nach regierender Koalition in den einzelnen Bundesländern geht das neue Gesetz einigen noch nicht weit genug, andere finden die Auflagen zu streng.

Damit das Gesetz in Landesrecht der einzelnen Bundesländer übergehen kann müssen mindestens 13 der 16 Länder- und Regierungschefs dem Entwurf zustimmen. Das einzige Bundesland dessen Stimme unbedingt gebraucht wird ist Sachsen-Anhalt. Dort soll der Standpunkt der neu gegründeten Glücksspielbehörde sein. Doch ausgerechnet diese Regierung schiesst quer und kann bei einem „Nein“ das komplette Vorhaben kippen.

Deutscher Glücksspielmarkt ist 3,3 Milliarden Euro schwer

Der deutsche Markt hatte nach ersten Berechnungen ein Marktvolumen von etwa 2,75 Milliarden Euro im Jahr 2020. Bis zum Jahr 2022 soll das Volumen auf über 3,3 Milliarden Euro anwachsen. Da ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Bundesländer den neuen Glücksspielvertrag auf Biegen und Brechen durchsetzen wollen. Das würde eine riesige Einnahmequelle für den gebeutelten Haushalt der Länder bedeuten.

Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Kunden von Online hat gezeigt, dass sich 62% der Befragten für ein Online Casino mit deutscher Lizenz entscheiden würden. 38% gaben an, dass sie bei Casinos mit Lizenzen in anderen Jurisdiktionen spielen werden. Der Grund hierfür sind die harten Einschränkungen durch das neue Gesetz. Jackpotspiele, Tischspiele und Livespiele dürfen nicht mehr veranstaltet werden. Zudem wird jede Spielrunde auf ein maximales Wettlimit von 1 € beschränkt. Der Staat plant jedoch diese Casinos ohne Lizenz in Deutschland zu blocken. Sicherlich wird es die findigen Zocker vor keine allzu grossen Probleme stellen diesen Block zu umgehen.

Einer der Hauptgründe dafür die digitalen Tischspiele und die Live Tische nicht in den Online Spielhallen zuzulassen ist sicherlich die Tatsache, dass man die Spielbanken überall in Deutschland wieder etwas besser füllen will. Viele der Betriebe schreiben Rote Zahlen und anstatt dem Staat durch die Monopolstellung Geld in die Taschen zu spülen, verursachen sie nur höhere Kosten.

Ob der Plan mit dem neuen Staatsvertrag aufgeht und man in Deutschland iGaming endlich mit einer Lizenz legalisiert weiss man spätestens im Juli 2021, wenn das neue Gesetz in Kraft treten soll.

 

Titelbild: travelview – shutterstock.com

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