Retten wir die Maag-Hallen in Zürich!

16.09.2021 |  Von  |  News

Der Umbau stadtnaher, brachliegender Industrieareale ist ein wichtiger Teil des Baugeschehens in der Schweiz seit etwa 30 Jahren. In Zürich West dominierte lange Zeit die Maschinenindustrie. Besonders auf dem Maag-Areal am Bahnhof Hardbrücke zeugen heute noch die Maag-Hallen auf lebendige Art von der industriellen Vergangenheit.

Bis 1910 baute hier die Firma Safir Automobile. Dann folgte die Max Maag Zahnräderfabrik, die Zahnräder für mächtige Getriebe von Zürich aus in die ganze Welt exportierte. 2004 zogen die letzten MAAG-Restbetriebe aus dem Maag-Areal. Auf der Grundlage der Sonderbauvorschriften Maag-Areal Plus begann die Transformation des Areals.

Als letzte Zeugen der für die Entwicklung der Stadt Zürich wichtigen Epoche der Industrialisierung stehen heute noch das inventarisierte Gebäude K und ein Konglomerat dreier Hallen: die Lichthalle Maag (vormals Tonhalle Maag), die Härterei und das Maag-Theater. Als kulturelle Einrichtungen sind sie über Zürich West hinaus eine feste Grösse und tragen wesentlich zu einem lebendigen und durchmischten städtischen Quartier bei. Als umgenutzte Industriebauten lebt mit ihnen die Identität dieses Ortes weiter.



Aufgrund der aktuellen Planungen der Grundeigentümerin Swiss Prime Site mit dem jüngst entschiedenen Studienauftrag Maaglive ist der Fortbestand dieser baukulturell wertvollen Ensembles nicht mehr gewährleistet. Anstatt mit dem Bestand qualitätsvoll weiterzubauen, wie es das von der Jury zur Weiterbearbeitung empfohlene Projekt des französischen Architekturbüros Lacaton Vassal vorsieht, soll ein Neubauprojekt umgesetzt werden, das lediglich das im Inventar gelistete Gebäude K beibehält. Doch reicht der verbliebene Anteil an Bestandesbauten dann noch aus, um die Identität dieses für die Stadt Zürich wichtigen Ortes zu wahren? Der Stadtzürcher Heimatschutz SZH und der Zürcher Heimatschutz ZVH stellen dies in Frage und setzen sich deshalb für das hochwertige Weiterbauprojekt von Lacaton Vassal ein und damit für den Erhalt eines baukulturell wichtigen Industrieensembles.

 

Quelle: Schweizer Heimatschutz
Bilder: Stadtzürcher Heimatschutz, Mara Truog

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