Denkmalpflegepreis 2020 für imposantes „Stuckihaus“ in Reichenbach im Kandertal

Für die sorgfältige Restaurierung des imposanten „Stuckihaus“ in Reichenbach im Kandertal erhält der Eigentümer den Denkmalpflegepreis 2020 des Kantons Bern.

Der Spezialpreis 2020 würdigt die Mitglieder der Interessengruppe „Schwimmbad Gruebi“ in Adelboden.

Die Nachricht, dass seine Gotte, die Künstlerin Jakobea Stucki, ihm das weitherum bekannte „Stuckihaus“ vermacht hatte, war für Jonathan Jaggi vor zwanzig Jahren ein kleiner Schock. Auf einmal trug er die Verantwortung für ein bedeutendes Baudenkmal.

Doch die qualitätsvolle historische Konstruktion begeisterte den Zimmermann. Er war sich aber im Klaren, was es brauchen würde, um das imposante Haus zeitgemäss bewohnen zu können. Trotzdem setzte er sich zum Ziel, es nicht zu einem Museum, sondern wieder zu einem Wohnhaus zu machen. So hatte es sich die Erblasserin gewünscht.

Einsatz und Durchhaltewillen

Der Denkmalpflegepreis 2020 zeichnet die sehr sorgfältige und durchdachte Art und Weise aus, mit der Jonathan Jaggi die Restaurierung des ehemaligen Bauernhauses anging. Dabei legte er in beeindruckender Weise enormen persönlichen Einsatz und Durchhaltewillen an den Tag. In jahrelanger Arbeit und mit innovativen Ideen schuf Jonathan Jaggi eine zeitgemässe Wohnung für sich und seine Familie. Er verzichtete auf den Ausbau des Ökonomieteils und somit auch auf die Einrichtung einer zweiten Wohnung. Mit der Restaurierung der Fassade als letzten Schritt hat der historische Holzbau seine Strahlkraft endgültig zurückgewonnen.


Die Kacheln hatte Jakobea Stucki 1959 bemalt. Heute noch wärmt der prächtige Ofen die Stube. (Bild: Dominique Plüss)

Die Kacheln hatte Jakobea Stucki 1959 bemalt. Heute noch wärmt der prächtige Ofen die Stube. (Bild: Dominique Plüss)


Das „Strandbad von Adelboden“

Der Spezialpreis 2020 der Fachkommission für Denkmalpflege würdigt das unermüdliche Engagement der Interessengruppe „Schwimmbad Gruebi“ für die fachgerechte Sanierung des Schwimmbads in Adelboden. Das Bad entstand 1928 nach dem Entwurf von Beda Hefti im Stil des Neuen Bauens. Es war die Antwort auf die neuen Bedürfnisse der Menschen nach Bewegung, Sonne und Luft: Die Feriengäste sollten sich wie am Meeresstrand fühlen, umgeben von einer wunderbaren Bergkulisse.

Vor zehn Jahren stand das Bad kurz vor der Schliessung – umso erfreulicher war seine Wiedereröffnung im Sommer 2019. Instandgesetzt, umgebaut und wiederbelebt ist das „Strandbad von Adelboden“ eines der schönsten alpinen Freibäder der Schweiz. Mit der Sanierung ist es gelungen, den Geist der 1930er Jahre, die klare architektonische Haltung und die Stimmung des modernen Freibads zu reaktivieren. Dank dem Einsatz der Mitglieder der Interessengemeinschaft „Schwimmbad Gruebi“ wird der einmalige Gesamtentwurf von Beda Hefti auch weitere Generationen erfreuen.


Spezialpreis 2020: Das "Gruebibad", Adelboden - Blick von der Restaurantterrasse auf den kühnen Gesamtentwurf von Beda Hefti vor der imposanten Bergkulisse. Die eleganten Stahlrohrliegen wurden sorgfältig nach historischen Fotoaufnahmen rekonstruiert. (Bild: David Bühler)

Spezialpreis 2020: Das „Gruebibad“, Adelboden – Blick von der Restaurantterrasse auf den kühnen Gesamtentwurf von Beda Hefti vor der imposanten Bergkulisse. Die eleganten Stahlrohrliegen wurden sorgfältig nach historischen Fotoaufnahmen rekonstruiert. (Bild: David Bühler)


Der rekonstruierte Musikpavillon thront wieder über der Badeanlage und ist vielfältig nutzbar. (Bild: David Bühler)

Der rekonstruierte Musikpavillon thront wieder über der Badeanlage und ist vielfältig nutzbar. (Bild: David Bühler)


Preisverleihung im kleinen Rahmen

Leider kann die für den 27. Mai 2020 geplante Preisverleihung im Kornhausforum wegen der aussergewöhnlichen Lage nicht stattfinden. Die Übergabe der Urkunden wird deshalb – sobald dies möglich ist – in kleinem Rahmen direkt vor Ort stattfinden. Die Reportage zu den beiden Objekten und den Preisträgern kann bei der Denkmalpflege des Kantons Bern bezogen werden.

Denkmalpflegepreis und Spezialpreis

Die Denkmalpflege und die Fachkommission für Denkmalpflege des Kantons Bern vergeben 2020 mit der Fachzeitschrift „UMBAUEN+RENOVIEREN“ als Medienpartnerin zum elften Mal den Denkmalpflegepreis an eine Bauherrschaft, die in Zusammenarbeit mit der Fachstelle ein Baudenkmal sorgfältig restauriert und nach den eigenen Bedürfnissen weiterentwickelt hat. Zum sechsten Mal wird ausserdem ein Spezialpreis verliehen. Während der Hauptpreis die respektvolle Behandlung eines Baudenkmals mit Alltagsnutzung würdigt, richtet der Spezialpreis das Augenmerk generell auf eine beispielhafte Restaurierung oder auf eine spektakuläre Einzelmassnahme.

Titelbild: Denkmalpflegepreis 2020: Das imponierende, über 200-jährige „Stuckihaus“ in Reichenbach im Kandertal gilt als einer der „Höhepunkte der Frutigtaler Bauernhausarchitektur“. Die Fassade ist geprägt von den farbigen Malereien und Inschriften und vom Spiel mit verschiedenen Symmetrien.

 

Quelle: Kanton Bern
Titelbild: Dominique Plüss

Über belmedia Redaktion

belmedia hat als Verlag ein ganzes Portfolio digitaler Publikums- und Fachmagazine aus unterschiedlichsten Themenbereichen aufgebaut und entwickelt es kontinuierlich weiter. Getreu unserem Motto „am Puls der Zeit“ werden unsere Leserinnen und Leser mit den aktuellsten Nachrichten direkt aus unserer Redaktion versorgt. So ist die Leserschaft dank belmedia immer bestens informiert über Trends und aktuelles Geschehen.


Ihr Kommentar zu:

Denkmalpflegepreis 2020 für imposantes „Stuckihaus“ in Reichenbach im Kandertal

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.