Kunstdenkmälerband zum Bezirk Laufenburg macht Geschichte sichtbar

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Die Altstadt von Laufenburg war bislang unerforscht. In den 17 Landgemeinden des katholisch geprägten Bezirks drängte sich für die kunsthistorischen Highlights eine gründliche Erstbearbeitung auf.

Der eben gedruckte 139. Band der „Kunstdenkmäler der Schweiz“ präsentiert erstmals den gesamten historischen Baudenkmälerbestand der Region. Die beiden Autorinnen Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz haben sieben Jahre Grundlagenforschung geleistet – und dabei zum Teil sensationelle Entdeckungen gemacht.

Besonders viel Gewicht wird im Band „Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau, Der Bezirk Laufenburg“ auf die Laufenburger Altstadt gelegt, da hier auf kleinstem Raum Dutzende historische Gebäude dicht beieinanderstehen. Ein historisches Grundbuch oder ein Altstadtinventar fehlen jedoch. Die beiden Autorinnen schufen jetzt wichtige Grundlagen, indem sie etliche Quellen studierten und möglichst viele Häuser besichtigten.

Die Forschungsarbeit förderte Aufsehenerregendes zu Tage. Der als verschwunden geltende Laufenburger Storchennestturm etwa konnte dank der Arbeit der beiden Kunsthistorikerinnen nun lokalisiert und der heimischen Bevölkerung quasi zurückgegeben werden. Und für das bisher ins 17. Jh. datierte Alte Zeughaus ergab die Untersuchung des Bauholzes, dass das Gebäude bereits 1513 begonnen wurde.



 Die Autorinnen Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz (Bild: Die Botschaft / Irene Meyer)

Die Autorinnen Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz (Bild: Die Botschaft / Irene Meyer)


Laufenburg von Nordwesten mit der rheinseitigen Häuserzeile der Laufengasse, der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und dem Bergfried. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)

Laufenburg von Nordwesten mit der rheinseitigen Häuserzeile der Laufengasse, der Pfarrkirche St. Johannes Baptist und dem Bergfried. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)


Laufenburg. Gerichtsgasse. Stadtkirche St. Johannes Baptist. Inneres gegen Osten. Die festlichen Rokokostuckaturen von Johann Michael Hennevogel und die Deckengemälde von Anton Morath von 1750–1752 prägen den Raum. Unter diesem Kleid ist im dreischiffigen Langhaus die spätgotische Pfeilerbasilika mit ihren Spitzbogenarkaden gut erfassbar. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2014)

Laufenburg. Gerichtsgasse. Stadtkirche St. Johannes Baptist. Inneres gegen Osten. Die festlichen Rokokostuckaturen von Johann Michael Hennevogel und die Deckengemälde von Anton Morath von 1750–1752 prägen den Raum. Unter diesem Kleid ist im dreischiffigen Langhaus die spätgotische Pfeilerbasilika mit ihren Spitzbogenarkaden gut erfassbar. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2014)


Laufenburg. Baslerstrasse. Rheinkraftwerk. Der mächtige Büroturm bildet den markanten Abschluss des flussüberquerenden Kraftwerks auf Schweizer Seite. Die Verkleidung aus Gneisquadern an Türmen und Turbinenhalle betont einerseits den „Burgencharakter“ und bindet anderseits durch die Verwendung des örtlich vorhandenen Materials das Bauwerk in die Landschaft ein. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)

Laufenburg. Baslerstrasse. Rheinkraftwerk. Der mächtige Büroturm bildet den markanten Abschluss des flussüberquerenden Kraftwerks auf Schweizer Seite. Die Verkleidung aus Gneisquadern an Türmen und Turbinenhalle betont einerseits den „Burgencharakter“ und bindet anderseits durch die Verwendung des örtlich vorhandenen Materials das Bauwerk in die Landschaft ein. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)


Ittenthal. Die Häuser des Dorfkerns von Ittenthal drängen sich im Taleinschnitt zusammen. Das ehemalige Bauerndorf konnte trotz Umwandlung zum Wohnort seine einheitliche und weitgehend ungestörte Dachlandschaft bewahren. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)

Ittenthal. Die Häuser des Dorfkerns von Ittenthal drängen sich im Taleinschnitt zusammen. Das ehemalige Bauerndorf konnte trotz Umwandlung zum Wohnort seine einheitliche und weitgehend ungestörte Dachlandschaft bewahren. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2017)


Mettau. Hauptstrasse. Katholische Pfarrkirche St. Remigius. Zentrales Deckenbild im Schiff von Franz Fidel Bröchin. In einem perspektivisch stark verkürzt dargestellten Kirchenraum tauft Bischof Remigius den Frankenkönig Chlodwig I. mit Chrisam aus einem Salbgefäss, das ihm – der Legende nach – von einer Taube überbracht wurde. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2014)

Mettau. Hauptstrasse. Katholische Pfarrkirche St. Remigius. Zentrales Deckenbild im Schiff von Franz Fidel Bröchin. In einem perspektivisch stark verkürzt dargestellten Kirchenraum tauft Bischof Remigius den Frankenkönig Chlodwig I. mit Chrisam aus einem Salbgefäss, das ihm – der Legende nach – von einer Taube überbracht wurde. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2014)


Oeschgen. Mitteldorfstrasse 62. Schlössli. Ausschnitt aus der bemalten Täferdecke von 1693 mit einem Löwen, der Triangel spielt, und einer Maus, die an Backwaren nascht. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2012)

Oeschgen. Mitteldorfstrasse 62. Schlössli. Ausschnitt aus der bemalten Täferdecke von 1693 mit einem Löwen, der Triangel spielt, und einer Maus, die an Backwaren nascht. (Bild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2012)


Die Landgemeinden stehen nicht zurück

An kunsthistorischen Highlights sind in den Landgemeinden die Pfarrkirchen in Mettau, Frick und Herznach zu nennen. In Herznach spürten die Autorinnen sogar versteckte Fresken auf, die mit grösster Wahrscheinlichkeit vom Tessiner Maler Francesco Antonio Giorgioli (frühes 18. Jh.) stammen.

Die Autorinnen Edith Hunziker und Susanne Ritter-Lutz sind langjährige Mitarbeiterinnen der Kantonalen Denkmalpflege Aargau und haben in Teamarbeit ein fundiertes, allgemeinverständliches und ausgezeichnet geschriebenes Buch hervorgebracht. Edith Hunziker hatte im Jahr 2011 in Zusammenarbeit mit Peter Hoegger bereits den Kunstdenkmälerband zum Bezirk Rheinfelden verfasst.

Seit den 1940er-Jahren werden im Kanton Aargau die Kunstdenkmäler inventarisiert und unter dem Titel „Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau“ in der Reihe „Die Kunstdenkmäler der Schweiz“ publiziert, die von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte herausgegeben wird.

Titelbild: Hornussen. Hauptstrasse 37. Herzog-Schilling-Haus, erbaut 1595. Die prachtvolle symmetrische Strassenfassade ist in den Obergeschossen völlig unversehrt erhalten.

 

Quelle: Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK
Titelbild: Denkmalpflege Kanton Aargau, Christine Seiler, 2012

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