Moderne Küche im Altbau – darauf sollte man achten

11.10.2019 |  Von  |  Bauwerke, Denkmalschutz
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Moderne Küche im Altbau – darauf sollte man achten
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Einen Altbau zu beziehen ist mit einem ganz besonderen Wohngefühl verbunden. Hohe und grosse Räume bieten mehr Möglichkeiten, aber auch Beschränkungen völlig anderer Art, wenn etwa ein Objekt denkmalgeschützt ist. Obwohl Wohnen im Altbau viele Vorzüge hat, schrecken gerade deshalb viele zurück, weil sie fürchten, dass modernes Wohnen nicht oder nur schwer möglich ist.

Ein Altbau und modernes Wohngefühl schliessen sich jedoch nicht aus, beides zu kombinieren benötigt lediglich etwas Feingefühl.

Moderne Technik nicht ausgeschlossen

Smarte Geräte sind in vielen Küchen nicht wegzudenken. Im Altbau ist es etwas schwieriger sie zu integrieren. Die Kaffeemaschine mit dem Smartphone zu bedienen und vom Bett aus frischen Kaffee zu machen, der nach der Dusche die richtige Trinktemperatur hat, das ist in vielen Haushalten bereits Realität. Vor allem die Küche ist für IOT (Internet of Things) interessant und obwohl wir vom Kühlschrank, der selbstständig Lebensmittel auf Basis unserer Essgewohnheiten bestellt noch weit weg sind, könnten Dinge wie die Wand mit Touchscreen, über die Rezepte angezeigt werden wie unter, schon in den nächsten Jahren Realität sein und das auch in einem Altbau.


Mit der Einrichtung von Smart Home können deine Geräte auch in einem Altbau problemlos über dein Handy gesteuert werden. Bild: [zhu difeng] – shutterstock.com


Spannende Raumstrukturen

Moderne Technik in der Altbau-Küche zu integrieren ist nicht selten aufgrund der Raumstruktur eine Herausforderung. Diese können sich aber zum Vorteil entwickeln, etwa wenn es sich um Nischen handelt, die ideal für einen Touchscreen sind. Auch eine gemütliche Frühstücksecke ist in einer verwinkelten Küche realisierbar und mach den Wohnraum sinnvoll nutzbar.

Etwas Geschick ist bei modernen Geräten gefragt, wie Backrohre mit einer hohen Einbauhöhe, damit sie bequem zu nutzen sind. Im Altbau ist zwar ein moderner Backofen nicht ausgeschlossen, häufig jedoch nur als Unterbau möglich, da selbst hängende Schränke, im Bezug auf die Optik störend wirken.

Oft ist im Altbau aber auch für eine grosse Küche Platz, wodurch sich der Kochbereich zentrieren lässt. Eine zentrale Kücheninsel mit Thekenbereich oder vielleicht sogar angeschlossener Sitzgruppe kann zu einem Blickfang werden. Bleiben Wände weitgehend frei wirken selbst etwas kleinere Räume noch immer offen und einladend. Gerade wenn es etwas unkonventionelle Raumformen gibt, bieten diese oft kreative Möglichkeiten ganz individuelle Küchen zu gestalten.

Überraschungen lauern

Ein Grund, warum die Küche bzw. der Kochbereich ins Zentrum gerückt wird, ist, weil hinter den Wänden oft ungeahnte Überraschungen lauern. Im Altbau wurden oft andere Baumaterialien und Bautechniken verwendet, was sogar das Bohren von einem einfachen Loch zu einer Herausforderung machen kann. Vor allem wenn dahinter eine unbekannte Baustruktur lauert, sollte an Arbeiten an den Wänden vorsichtig herangegangen werden.

Ein weiteres Problem im Altbau betrifft die Tragfähigkeit der Wände. Die historische Ziegelstruktur mit Verputz darüber ist meist porös, worunter die Tragfähigkeit ebenfalls leidet. Nicht nur, dass alleine bei dem Versuch ein Loch zu bohren ein grosses Stück des Putzes abfallen kann, oft ist es auch nicht gestattet die Wände selbst zu beschädigen oder zu verändern, wenn es sich um ein denkmalgeschütztes Objekt handelt. In diesem Fall müssen Umbauten vom Vermieter bzw. vom Eigentümer beim zuständigen Amt beantragt werden. Allerdings ist es selten, dass auch die innere Struktur geschützt ist, was nur in wenigen Fällen, wenn es sich etwa um besonderen Stuck oder Wandmalereien handelt, der Fall ist.

Stilmix sparsam einsetzen

Neben der baulichen Situation sollte auch bei der Auswahl der Kücheneinrichtung die historische Bauweise beachtet werden. Zwar spricht nichts gegen eine modere Hochglanzküche, doch sollte der Stilmix aus modernen und alten Elementen nicht übertrieben werden. Eine Hochglanzfront und ein Glastisch sind in einem Altbau etwas viel Moderne. Wird das Ganze jedoch mit einer rustikalen Sitzgruppe in einer hellen Optik ergänzt, kann dies ein Bindeglied zwischen moderner Küchenausstattung und Altbau sein.

Ein Übergang zwischen moderner Küche und dem Altbau kann aber oft schon mit kleinen Elementen geschaffen werden. Moderne Geräte können geschickt hinter Fronten versteckt und nur bei Bedarf hervorgeholt werden. Durch die Aufnahme von Formen, Materialien und Farben in der Küche, kann ein fliessender Übergang zwischen modernen und klassischen Elementen geschaffen werden. So kann beispielsweise eine Küchenfront wieder mit Backsteinoptik gestaltet werden. Dazu müssen nicht zwingend Backsteine selbst genutzt werden, sondern es kann beispielsweise eine Folie oder eine Wandverkleidung in Backsteinoptik verwendet werden.



Der Retro-Mix liegt derzeit im Trend, wodurch es im Handel zahlreiche Materialien zur Gestaltung angeboten werden. Egal ob es sich um Deko-Leisten oder andere Objekte handelt, selbst in normalen Baumärkten gibt es bereits zahlreiche Materialien, die sich zur Gestaltung einer Küche anbieten und, die die kühle Optik einer modernen Küche und den stilvollen Charme eines Altbaus verschwimmen lassen.

Natürliche Materialien bevorzugen

Bei der Gestaltung einer modernen Küche ist die Verwendung natürlicher Materialien nicht ausgeschlossen. Steinplatten als Arbeitsoberfläche wirken durch ihren Glanz sehr modern, sind gleichzeitig aber auch robust. Wird der Rest der Küche in einem matteren Ton gehalten, wird das Gesamtbild modern, aber sehr schlicht und integriert sich dadurch auch gut in einen Altbau. Der Vorteil ist, dass der Altbau selbst sehr grosse Formen und Flächen hat, dadurch können auch die Elemente in der Küche wie Schränke und Fächer grosszügiger ausfallen, was in modernen Wohnräumen sonst schnell klobig wirken kann.

 

Titelbild: [pics721] – shutterstock.com


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