Naturpark Beverin: Rätoromanische Musikkultur neu interpretiert

22.11.2018 |  Von  |  Events, News
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Naturpark Beverin: Rätoromanische Musikkultur neu interpretiert
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Ungewohnt elektronische Klänge in der Kirche von Andeer: Der international bekannte DJ, Produzent und Electro-Jazz-Pionier Richard Dorfmeister hat sich vom kleinen Weltwunder der rätoromanischen Musikkultur zu einem musikalischen Experiment inspirieren lassen. Seine Neuinterpretation des traditionsreichen Chorlieds „Allas steilas“ feierte am Donnerstag seine Weltpremiere.

Richard Dorfmeister wird üblicherweise nicht mit traditioneller Musik assoziiert. Sein Gebiet ist die elektronische Musik.

Auf Einladung der beiden Chöre „Cor maschado Donat a danturn“ und „Cor maschado calandaria“ aus dem Naturpark Beverin hat sich der Mitgründer des weltweit erfolgreichen Elektro-Duos „Kruder & Dorfmeister“ und dem Musikprojekt „Tosca“ auf ein musikalisches Experiment eingelassen: die Neuinterpretation von „Allas steilas“, dem bekanntesten Stück von Tumasch Dolf, der im Naturpark Beverin aufgewachsen ist.

Der Komponist und Liedersammler Tumasch Dolf und sein Sohn Benedetg Dolf haben die rätoromanische Musikkultur geprägt. Ihre Lieder werden bis heute von unzähligen Chorformationen gesungen.

Inspiration aus dem Naturpark Beverin

Wie lässt sich Tradition und Moderne verbinden? Harmonieren die Klänge der traditionellen Chormusik überhaupt mit Rhythmen der Elektromusik? Das wollten die beiden Chöre „Cor maschado Donat a danturn“ und „Cor maschado calandaria“ herausfinden. Dazu luden Sie Richard Dorfmeister Ende Juni in den Naturpark Beverin und ins Geburtshaus von Tumasch Dolf in Mathon ein. Er erhielt Einblick in die gelebte rätoromanische Gesangstradition am Schamserberg und lernte die Landschaft kennen, welche diese Musik prägte und Komponisten inspirierte.

„Die rätoromanische Chormusik und Kultur war für mich definitiv Neuland. Umso spannender war es, mit „Allas steilas“ zu experimentieren“, sagt Richard Dorfmeister rückblickend. Besonders die erste Begegnung mit Telgia Juon und Trudi Bott-Juon ist Dorfmeister in Erinnerung geblieben: „Es war mir eine Freude, bei meinem ersten Besuch die beiden Enkelinnen Tumasch Dolf’s persönlich kennenzulernen – ihre Identifikation mit dieser fantastischen Region und ihr Engagement für unser Projekt haben mich sehr beeindruckt.“

Uraufführung in Andeer

Die Eindrücke aus seinem Besuch im vergangenen Sommer hat Richard Dorfmeister zu einer beeindruckenden Neuinterpretation des Stücks verarbeitet. Entstanden ist ein Werk, das Chorgesang und elektronische Beats harmonisch zusammenführt – ohne das eigentliche Lied zu verändern.

Gemeinsam mit den beiden Chören fand am Donnerstag die Uraufführung in der evangelischen Kirche von Andeer statt. Neugierige aus Andeer, der Umgebung und der ganzen Schweiz kamen um zuzuhören. Alle waren gespannt, ob und wie es gelungen ist, Tradition und Moderne, Chorgesang und Elektro, Bergdorf-Atmosphäre und Weltstadt-Groove zu verbinden. „Das war eine sehr spannende Zusammenarbeit voller Überraschungen. Das Resultat hat eine wunderbare Ausstrahlung für den Chor, für das Tal und für mich“, fasst Chorleiter Martin Ulber das Projekt zusammen. Richard Dorfmeister ergänzte sichtlich zufrieden: „Wir haben lange an dieser Neuinterpretation gearbeitet, das musikalische Experiment hat sich gelohnt – nur schon wegen den wunderbaren Begegnungen mit den Menschen hier im Schams.“

Eröffnet wurde das Konzert mit einem Orgelspiel von Rupert Huber. Huber ist Komponist und Pianist. International bekannt wurde er durch das Musikprojekt Tosca, das er seit vielen Jahren gemeinsam mit Richard Dorfmeister prägt.

Für einen weiteren musikalischen Höhepunkt des Abends sorgte Corin Curschellas, die Gewinnerin des Kulturpreises 2018 des Kantons Graubünden. Mit den Kompositionen und Arrangements ihres Trios RODAS begeisterte sie das Publikum und gewährte Einblick in die zeitgenössische rätoromanische Musikkultur.


Thomas Buchli, Präsident Verein Naturpark Beverin, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stückes "Allas steilas", am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer

Thomas Buchli, Präsident Verein Naturpark Beverin, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stückes „Allas steilas“, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer


Die beiden Chöre "Cor maschado Donat a danturn" und "Cor maschada calandaria" unter der Leitung von Martin Ulber, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes "Allas steilas", am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer

Die beiden Chöre „Cor maschado Donat a danturn“ und „Cor maschada calandaria“ unter der Leitung von Martin Ulber, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes „Allas steilas“, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer


Corin Curschellas mit Patricia Draeger und Barbara Gisler, von links, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes "Allas steilas", am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer

Corin Curschellas mit Patricia Draeger und Barbara Gisler, von links, vor der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes „Allas steilas“, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer



Uraufführung des neu interpretierten Stückes "Allas steilas", mit Rupert Huber, links, und Richard Dorfmeister, Mitte, sowie Chorleiter Maertin Ulber, rechts, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer

Uraufführung des neu interpretierten Stückes „Allas steilas“, mit Rupert Huber, links, und Richard Dorfmeister, Mitte, sowie Chorleiter Maertin Ulber, rechts, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer





Richard Dorfmeister, Komponist und DJ, rechts, mit Telgia Juon, links, und Trudi Bott-Juon, Mitte, Enkelinnen des Komponisten Tumasch Dolf, nach der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes "Allas steilas", am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer

Richard Dorfmeister, Komponist und DJ, rechts, mit Telgia Juon, links, und Trudi Bott-Juon, Mitte, Enkelinnen des Komponisten Tumasch Dolf, nach der Uraufführung des neu interpretierten Stueckes „Allas steilas“, am Donnerstag, 15. November 2018, in Andeer


Täler und Kulturen vereint im Naturpark Beverin

Der Naturpark Beverin vereint vier Täler und zwei Kulturen auf 412 Quadratkilometern. Tiefe Schluchten, glasklare Bergseen, Trockenwiesen und Weiden prägen den Naturpark genauso wie die kulturhistorisch und sprachlich unterschiedlichen Siedlungsgebiete. Die drei Schluchten Roffla, Viamala und Ruinaulta bilden die Eingangstore in die vier Talschaften. Zusammen mit den 11 Parkgemeinden Andeer, Casti-Wergenstein, Donat, Ferrera, Mathon, Lohn, Rongellen, Safiental, Sufers, Tschappina und Zillis-Reischen, mit den rund 3000 EinwohnerInnen sowie verschiedenen Partnern arbeitet die Geschäftsstelle des Naturparks an einer nachhaltigen wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Kleine Weltwunder in den Schweizer Pärken

Die Einladung von Richard Dorfmeister erfolgte im Rahmen der Kampagne „Kleine Weltwunder“ des Bundesamt für Umwelt BAFU und in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Schweizer Pärke und dem Naturpark Beverin. Die nationale Kampagne macht auf die Rolle der 18 Schweizer Pärke für Kultur, Wirtschaft, Natur und Bildung aufmerksam. Der Schweizerische Nationalpark ist der bekannteste und älteste dieser Pärke, die zu den ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaften der Schweiz gehören. Der Naturpark Beverin, als weiteres Beispiel eines Schweizer Parks, gehört seit 2013 als Regionaler Naturpark dazu. Die Kampagne rückt die natürliche und kulturelle Vielfalt der Schweizer Pärke in den Fokus der Schweiz: Sie lädt ein zum Entdecken dieser unzähligen „kleinen Weltwunder“.

Eine Kurz- und eine Langversion der Neuinterpretation von „Allas steilas“ ist ab Donnerstag, 22. November 2018 auf iTunes und anderen Streaming-Plattformen verfügbar.

 

Quelle: Bernet Relations für die Schweizer Pärke
Artikelbilder: © KEYSTONE/Gian Ehrenzeller

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