Neues kantonales Museum: „Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft“

19.11.2018 |  Von  |  Ausstellung, News
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Neues kantonales Museum: „Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft“
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Aus dem Natur- und dem Historischen Museum wird das „Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft“: Mit diesem Vorschlag will der Regierungsrat die Budgetkürzung der beiden kantonalen Museen um 0,8 Millionen Franken pro Jahr umsetzen (OE17-Massnahme).

In einem ersten Schritt erstellt der Kanton eine Machbarkeitsstudie. Die öffentliche Vernehmlassung ist 2019 geplant. Ziel ist es, das neue Museum in rund fünf Jahren zu eröffnen.

Luzern erhält ein neues kantonales Museum: Der Luzerner Regierungsrat hat seine Zustimmung zum neuen „Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft“ (Arbeitstitel) gegeben. Er hat den Auftrag erteilt, das Museumskonzept zu konkretisieren und mittels Machbarkeitsstudie vertiefte Abklärungen zu treffen. Das Luzerner Museum für Natur und Gesellschaft geht aus den beiden kantonalen Museen, dem Natur- und dem Historischen Museum, hervor. Die beiden Museen kooperieren bereits heute eng und sollen zu einer neuen Institution verschmelzen. Auslöser für das neue Konzept, welches in monatelanger, fundierter Arbeit entwickelt wurde, ist die Organisationsentwicklung OE17. Mit dieser sollen pro Jahr gesamthaft 40 Millionen Franken eingespart werden (siehe unten).



Neues Museum verankert sich im ganzen Kanton

Das neue Luzerner Museum schafft ein modernes, innovatives und attraktives Bildungs- und Kulturangebot zu den Themen Natur und Gesellschaft im Kanton Luzern. Eine Vielfalt an Ausstellungsformaten in diesem zentralen Haus wie auch an wechselnden Aussenstationen im ganzen Kanton soll Kinder und Jugendliche ebenso ansprechen wie Erwachsene. Führungen, Exkursionen, Vorträge und weitere Ausstellungs- und Vermittlungsformate ermöglichen interaktive Zugänge zu den präsentierten Themen. In der Museumszentrale soll ein Informationszentrum entstehen, das zur Anlaufstelle für die ganze Kantonsbevölkerung wird und damit die Aufgabe einer Informations-Schaltstelle übernimmt. In der Zentrale wie auch in den Aussenstationen kooperiert das Museum eng mit Partnern, welche im Kanton in den Bereichen Natur und Gesellschaft tätig sind.

Erarbeitet worden ist das neue Museumskonzept von einer Arbeitsgruppe der Dienststelle Hochschulbildung und Kultur, welcher unter anderem Christoph Lichtin (Leiter kantonale Museen und Direktor des Historischen Museums) sowie Britta Allgöwer (Direktorin des Natur-Museums) angehören. Der Regierungsrat hat die kantonale Dienststelle Immobilien beauftragt, in einer Machbarkeitsstudie zu prüfen, wo das neue Museum angesiedelt werden kann. Auch die erforderlichen baulichen Massnahmen sowie die finanziellen Folgen sind zu evaluieren. Der Standort für das Museum ist also noch nicht bestimmt. Die Arbeitsgruppe war davon ausgegangen, dass es im heutigen Gebäude des Natur-Museums angesiedelt werden könnte. Denkbar ist aber auch ein anderes Objekt.


Der Mammutzahn im Natur-Museum ist eine der grossen Attraktionen. (Bild: Schulthess-foto.ch)

Der Mammutzahn im Natur-Museum ist eine der grossen Attraktionen. (Bild: Schulthess-foto.ch)


Aktuelle Fragen und konkrete Orte im Fokus

Das Luzerner Museum entwickelt sich zu einem wichtigen und attraktiven Ort des öffentlichen Diskurses. Christoph Lichtin sagt: „Das neue Museum wird sich in seinen Inhalten viel stärker auf aktuelle Fragen und konkrete Orte fokussieren.“ Ziel sei, den Blick auf aktuelle Brennpunkte im Kanton zu legen, an denen sich Entwicklungen aus historischer und naturwissenschaftlicher Sicht gut zeigen lassen. „Alle Orte zusammen vermitteln damit einen Einblick davon, was die Bevölkerung und Politik des Kantons aktuell bewegt“, sagt Lichtin.

Die wertvollen Museumssammlungen sollen in einem Sammlungszentrum, also in Kulturgüterräumen, zusammengefasst werden. Der Standort ist noch nicht bestimmt. Britta Allgöwer sagt: „Dieses Zentrum vereint die Kompetenzen für die Erfassung, Lagerung, Konservierung, Ausleihadministration und Sicherheit von Kulturgütern des Kantons.“


Eine Schulklasse besucht die Theatertour „Rostige Ritter anno 1386“ im Historischen Museum Luzern. (Bild: Emanuel Ammon)

Eine Schulklasse besucht die Theatertour „Rostige Ritter anno 1386“ im Historischen Museum Luzern. (Bild: Emanuel Ammon)


Reto Wyss: „Ein wirklich zukunftsfähiges Konzept“

Bereits heute kooperieren die Museen eng, viele betriebliche Funktionen sind zusammengeführt. Das Konzept geht nun einen Schritt weiter und entwirft ein zeitgemässes, attraktives Museum, welches die Themengebiete des Natur- und des Historischen Museums behandelt. Der Regierungsrat hat das Museumskonzept bereits zustimmend zur Kenntnis genommen. Bildungs- und Kulturdirektor Reto Wyss begrüsst dieses sehr. „Es ist der Arbeitsgruppe gelungen, angesichts finanziell sehr anspruchsvoller Vorgaben ein wirklich zukunftsfähiges Konzept zu erarbeiten“, sagt er. Das Konzept erlaube es dem neuen Museum, einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit aktuellen und historischen Themen zu leisten. Entscheidend sei, so Reto Wyss, dass das Konzept nicht von externen Beratern diktiert werde, sondern von den Fachleuten vor Ort, den Betroffenen also, selbst entwickelt wurde.


Die heutigen Gebäude des Natur- und des Historischen Museums Luzern (Bildquelle: Kanton Luzern)

Die heutigen Gebäude des Natur- und des Historischen Museums Luzern (Bildquelle: Kanton Luzern)


Weniger Fläche in Museumszentrale – neue Angebote im ganzen Kanton

Gemäss ersten Schätzungen sollte sich mit dem neuen Konzept eine Einsparung von rund 0,8 Millionen Franken pro Jahr realisieren lassen. Bereits als gesichert gilt, dass das neue Museum eine deutlich geringere Fläche belegen wird als die beiden Museen es heute tun. Es zeichnet sich eine Flächenreduktion um knapp 50 Prozent ab (neu: ca. 2’300 m2). Diese Verkleinerung dürfte sich teilweise durch die erwähnten Museumsangebote ausserhalb der Zentrale inhaltlich kompensieren lassen.

Wie viele Personen in welchen Funktionen und welchen Pensen den Betrieb des neuen Luzerner Museums sicherstellen werden, kann erst nach Vorliegen präziserer Kostenschätzungen ermittelt werden. Zurzeit gehen die Verantwortlichen davon aus, dass die Anzahl Vollzeitstellen ab 2021 von insgesamt 18 auf etwa 15 oder 16 reduziert werden muss. Die Mitarbeitenden beider Museen wurden vor der Medienkonferenz durch den Luzerner Bildungs- und Kulturdirektor über das vorliegende Konzept informiert.


Die Kinder entdecken Geheimnisse der Erde und Biologie im Natur-Museum. (Bild: Schulthess-foto.ch)

Die Kinder entdecken Geheimnisse der Erde und Biologie im Natur-Museum. (Bild: Schulthess-foto.ch)


Nach Machbarkeitsstudie folgt Vernehmlassung

Die Machbarkeitsstudie der Dienststelle Immobilien wird im Frühling 2019 abgeschlossen sein. Sofern der Regierungsrat den Ergebnissen zustimmt, findet im Anschluss eine öffentliche Vernehmlassung statt. Diese ist nötig, da das neue Konzept eine Änderung des Kulturförderungsgesetzes bedingt (SRL Nr. 402, § 3 Abs. 2). Die Botschaft für das neue Luzerner Museum soll dem Kantonsrat 2020 vorgelegt werden. Dessen Beschluss unterliegt dem fakultativen Referendum. Der Eröffnungszeitpunkt des neuen Luzerner Museums für Natur und Gesellschaft hängt vom Verlauf der weiteren Arbeiten und von den politischen Diskussionen ab. Ziel ist es, das Luzerner Museum in etwa fünf Jahren zu eröffnen.

Vorgaben von OE17 und verworfene Umsetzungsmöglichkeiten

Eine der zahlreichen Massnahmen der Organisationsentwicklung OE17 war, die Leistungen des Natur-Museums künftig in Kooperation mit dem Gletschergarten zu erbringen. Die Dienststelle Hochschulbildung und Kultur prüfte gemäss Auftrag des Regierungsrats, ob das Natur-Museum in der Stiftung Gletschergarten Luzern, alternativ im Bourbaki Panorama Luzern oder in der Schweizerischen Vogelwarte Sempach aufgehen könnte. Die Abklärungen ergaben, dass sich diese Optionen aus mehreren Gründen nicht realisieren lassen. Unter anderem sind die erforderlichen Räume nicht vorhanden bzw. würden sich nicht schaffen lassen. Auch decken sich die Aufgaben des Natur-Museums nicht mit den Stiftungszwecken der genannten Institutionen. Würden das Natur- und das Historische Museum in der heutigen Form (also: ohne neues Konzept) weiterbetrieben, müssten zur Erfüllung der OE17-Vorgaben die Anzahl Mitarbeitende und die Museumsfläche deutlich reduziert werden. Damit wäre ein Betrieb mit dem heutigen Konzept nicht mehr gesichert.

Titelbild: Mit dem Tablet die Dauerausstellung des Historischen Museums selber erkunden

 

Quelle: Kanton Luzern
Titelbild: © Historisches Museum Luzern

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