Ausgrabung „Campus Biel/Bienne“: Einladung zur Besichtigung

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Ausgrabung „Campus Biel/Bienne“: Einladung zur Besichtigung
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Hinter dem Bahnhof Biel untersucht der Archäologische Dienst des Kantons Bern derzeit das bisher älteste bekannte Pfahlbaudorf am Bielersee. Am Freitag, 9. November 2018, kann die Bevölkerung die archäologische Ausgrabung „Campus Biel/Bienne“ ab 14 Uhr besichtigen.

Seit dem Frühjahr 2018 graben Mitarbeitende des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern südlich des Bahnhofs Biel, wo der neue „Campus Biel/Bienne“ der Berner Fachhochschule entsteht. Im Vorfeld der Neubauten werden in enger Zusammenarbeit mit der Baufirma die Baugrube mit einem grossen Bagger ausgehoben und parallel dazu die archäologischen Hinterlassenschaften untersucht.

Einblick in die Vergangenheit

Die Ablagerungen im Boden verraten viel über die Vergangenheit: Unter dem modernen Schutt liegt eine Torfschicht. Sie zeugt davon, dass in diesem Gebiet einst eine Moorlandschaft bestanden hat. Darunter folgen lehmige Ablagerungen, die wahrscheinlich durch den Einfluss von Wasser entstanden sind. Darin hat der Archäologische Dienst auf über 43 Meter Länge mehrere Reihen gut erhaltener Holzpfähle ausgegraben. Sie könnten von der Konstruktion eines Weges stammen, der Richtung See verlief. Das Holz für diese Pfähle wurde am Ende der Jungsteinzeit, genauer im Jahr 2706 v. Chr., gefällt, wie dendrochronologische Untersuchungen zeigen.


Eine Mitarbeiterin des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern legt fast 6000-jährige Pfähle einer Palisade frei.

Eine Mitarbeiterin des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern legt fast 6000-jährige Pfähle einer Palisade frei.


Die älteste bekannte Pfahlbausiedlung vom Bielersee

Rund 5 Meter unter dem heutigen Bodenniveau graben die Fachleute zurzeit einen Teil eines Pfahlbaudorfes aus. Dieses ist rund 1000 Jahre älter als die Wegkonstruktion. Aus dieser Zeit um 3840 v. Chr. sind bisher am Bielersee keine Dorfgrundrisse bekannt, deshalb ist die Erforschung der Struktur dieses Dorfes wissenschaftlich sehr wichtig. Anhand der im feuchten Boden erhaltenen Pfähle lassen sich die Grundrisse von rechteckigen Häusern erkennen. Sie sind von einer dichten, doppelreihigen Palisade umgeben. Während die Häuser mehrheitlich aus Weisstannen und Eichen gebaut wurden, stammen die dünnen Pfähle der Palisade von verschiedenen Baumarten.

Im Innern der Siedlung zwischen den Häusern werden Keramikscherben von ehemaligem Essgeschirr, Werkzeuge und Waffen aus Stein sowie Tierknochen von Speiseabfällen gefunden. Beim Schlämmen von Sedimentproben durch ein feines Sieb kommen auch Reste wie Getreidekörner, Kerne von Sammelpflanzen (etwa Himbeere) und Pflanzenteile der ehemaligen Vegetation zum Vorschein. Diese Funde zeugen vom jungsteinzeitlichen Alltagsleben im Areal.


Zwei fast 6000-jährige Hauspfähle aus Eichen- und Weisstannenholz blieben im feuchten Untergrund hervorragend erhalten.

Zwei fast 6000-jährige Hauspfähle aus Eichen- und Weisstannenholz blieben im feuchten Untergrund hervorragend erhalten.


Tag der offenen Tür in der Ausgrabung

Am Freitag, 9. November 2018, präsentiert der Archäologische Dienst des Kantons Bern die Ausgrabung der Öffentlichkeit. Von 14 Uhr bis 18.40 Uhr finden Führungen über die Ausgrabung statt. An verschiedenen Posten erklären die Archäologinnen und Archäologen die Arbeiten zur Grabung und zeigen das geborgene Fundmaterial.

Treffpunkt für die Führungen ist der Baustelleneingang an der Johann-Aberli Strasse (gegenüber dem Coop) in Biel. Für die Besichtigung der Ausgrabung benötigen die Besucherinnen und Besucher festes Schuhwerk (Wanderschuhe) und dem Wetter angepasste Kleidung.


Die Fundstücke erzählen viel über das Alltagsleben im jungsteinzeitlichen Dorf.

Die Fundstücke erzählen viel über das Alltagsleben im jungsteinzeitlichen Dorf.


Titelbild: Ausgrabungsarbeiten auf dem Gelände des künftigen „Campus Biel/Bienne“. Mit dem Bagger wird Schicht für Schicht bis auf die Siedlungsreste aus der Jungsteinzeit abgetragen.

 

Quelle: Kanton Bern
Artikelbilder: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern

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1 Kommentar


  1. Sehr interessant. Gibt es noch andere Funde? Zum Beispiel Leder oder ähnliches.

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