Am 28. Juni 2018: Architekturführung der Kirche St. Karl

06.06.2018 |  Von  |  Events, News
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Am 28. Juni 2018: Architekturführung der Kirche St. Karl
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Am Donnerstag 28. Juni 2018 um 17.30 findet eine öffentliche Architekturführung in der Kirche St. Karl in Luzern statt (St. Karlistrasse 23). Diese Führung steht im Zusammenhang mit der neu erschienen Publikation ‚Architektur der Moderne und Denkmalpflege.

Erhalten, neu gestalten, nutzen’, in der die Architekturfotografin Daniel Burkart vier aussergewöhnliche Gebäude der Moderne aus Luzern mit der Sprache der Fotografie dokumentiert hat. Beschreibungen zur Baugeschichte, Restaurierung und Unterschutzstellung ergänzen die Aufnahmen.

Der Architekt Marco Korner, welcher die Restaurierung durchgeführt hat, wird etwas über die Baukonzeption und die umfangreiche Restaurierung erzählen, welche in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege durchgeführt wurde. Zu sehen sind auch Bereiche, welche im Normalfall nicht öffentlich zugänglich sind. Anwesend sind weiter Herr Armin Huber von der Pfarrei St. Karl sowie die Autorin der Publikation.

Anschliessend gibt es noch Gelegenheit, mit den an der Führung Beteiligten ins Gespräch zu kommen, das Buch zu erwerben oder die Foto-Ausstellung anzuschauen.

Die Kirch St. Karl. Ein Gesamtkunstwerk

Die Kirche St. Karl des Architekten Fritz Metzger ist ein Meisterstück der katholischen Kirchenbaukunst aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie ist die erste Betonkirche in der Zentralschweiz (und nach der Basler St. Anton-Kirche die zweite in der Schweiz). Durch ihre Stellung als Brückenkopf wurde sie zu einem kirchenpolitischen und städtebaulichen Wahrzeichen aus den 1930er-Jahren.

Metzger hat sein Erstlingswerk zwischen 1932 bis 1934 erstellt. Die Kirche wurde zum Testfall für Metzgers Karriere als Kirchenbauer, für das Neue Bauen im Dienste der Kirche und auch für den katholischen Aufbruch in der Schweiz.

Die Kirche besteht aus einer Skelettkonstruktion aus 18 Säulen, die von einer separaten Schutzhaut eingehüllt wird und auf denen das Dach aufliegt. Diese Konstruktion ermöglicht die freie Grundriss- und Fassadengestaltung sowie die Anbringung eines Fensterbandes, das den gesamten Kirchenraum am oberen Abschluss der Fassade umschliesst. „Das Mittel, welches diesen Bau so ermöglichte, ist die Technik des armierten Eisenbetons. Durch sie ist die Freiheit des Gestaltens entscheidend verändert worden.“ Fritz Metzger, 1934.

Die Kirche steht an gut sichtbarer Stelle. Ihre Südfassade erhob sich ursprünglich direkt aus der Reuss und fügt sich durch die betont horizontale Gliederung gelungen ins Flusstal ein. Die nördliche Rückseite ordnet sich mit ihrer der Strassenkreuzung folgenden Rundung dezent ins städtische Gefüge ein. Anstelle eines Kirchenvorplatzes dient Reussseitig eine erhöhte Terrasse als Vorhalle, mit weitem Blick über den Fluss.

Das grundlegend Neue an Metzgers Kirche St. Karl ist, dass der Besucherraum fast nahtlos in den Altarraum übergeht, also das Verschmelzen des Bereichs der Gläubigen mit jenem des Altars. Auch gibt es keine Seitenschiffe und kein Hauptschiff. Damit hat die neue Form der Liturgie Aufnahme in die Architektur gefunden.

Fritz Metzger schuf mit diesem Bau gemeinsam mit anderen Künstlern ein Gesamtkunstwerk der Moderne: Die Figuren der vier Evangelisten aus grauem Sandstein über dem Eingang in der Vorhalle stammen von dem Luzerner Bildhauer August Blaesi. Die modernen Wand- und Glasfenstern stammen vom Basler Künstler Hans Stocker. Die liturgischen Geräte und Paramente entstanden ebenfalls unter Metzgers Anleitung. Sie sind streng durchgestaltet und auf die einfachsten Grundformen reduziert: Kunst und Architektur sind hier unauflöslich verbunden.














 

Artikelbilder: burkart.lu fotografie

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