Wem gehört das Kulturerbe? – Ein Kongress lanciert die Diskussion

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Wem gehört das Kulturerbe? – Ein Kongress lanciert die Diskussion
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Ein Kongress am 15./16. März in Biel lanciert die Diskussion zum Kulturerbejahr 2018 und zur FARO-Konvention.

Sich wohl fühlen, zu Hause sein – das beruht auf unserem gemeinsamen kulturellen Erbe. Dieses Erbe nehmen wir seit Kindesbeinen bewusst und unbewusst in uns auf: über Umgebung, Traditionen, Kunst, Gebäude, Landschaften, Essen und Handwerk.

Eines der Ziele im Kulturerbejahr 2018 ist, Akteure der Kulturpflege und ein breites Publikum einander näher zu bringen – jede und jeder mit seinem persönlichen Erlebnis des Kulturerbes im Alltag.

Das Kulturerbe ist eine wichtige Ressource für den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Auf dieser Annahme gründet das „Rahmenübereinkommen des Europarates über den Wert des Kulturerbes für die Gesellschaft“ – kurz Faro-Konvention genannt. Nachdem der Bundesrat die Diskussion über eine Ratifizierung von Faro Ende 2017 eröffnet hat, stellen sich grundsätzliche Fragen. An einem zweitägigen Kongress in Biel gibt es am 15./16 März in Biel Antworten von Kulturwissenschaftler, Architektinnen, Soziologen, Restauratorinnen und Denkmalpflegern.



Kulturerbe in der Schweiz – für wen und warum?

Rank und schlank bringt es die FARO-Konvention auf den Punkt: das Kulturerbe soll nicht in erster Linie aus ästhetischen oder wissenschaftlichen Gründen erhalten und gepflegt werden, sondern wegen seiner existenziellen Bedeutung für die Gesellschaft als Ganzes.

Das Kulturerbe ist also nicht „L’art pour l’art“ sondern eigentlicher Nährboden für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Lebensqualität. Daraus folgt, dass die Faro-Konvention die demokratische Teilhabe am Kulturerbe ins Zentrum rückt.

Hier scheint die Schweiz auf den ersten Blick bestens gerüstet zu sein. Zum einen sind die kulturelle Vielfalt und der Zugang zur Kultur seit 2009 im Kulturförderungsgesetz verankert, zum andern definiert die Kulturbotschaft 2016–2020 „Kulturelle Teilhabe“ und „Gesellschaftlichen Zusammenhalt“ als prioritäre Handlungsachsen.

Bei einer genaueren Betrachtung wird aber klar, dass die Ratifizierung der FARO-Konvention tatsächlich erhebliche Konsequenzen hat. Denn Museumsdirektoren, Denkmalpflegerinnen und Politiker müssten in der Pflege des Kulturerbes vor allem die kulturelle Teilhabe im Auge behalten. In Faro steckt für das Kulturerbe also eine heimliche Sprengkraft.

Am Kongress „Kulturerbe, ein gemeinsames Gut“ mit dabei sind u.a. Prof. Walter Leimgruber (Leiter Kulturwisssenschaft und europ. Ethnologie Universität Basel), Prof. Barbara Welzel (Seminar für Kunst und Kulturwissenschaft TU Dortmund), Raimund Rodewald (Stiftung Landschaftsschutz Schweiz).

 

Quelle: Kulturerbejahr 2018 – Patrimoine 2018
Artikelbild: © Dennis van de Water – shutterstock.com

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