Prähistorisches Leben am Bielersee – faszinierende Forschungsergebnisse

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Die Ufer des Bielersees bilden eine europaweit einzigartige prähistorische Kulturlandschaft. Forschungsergebnisse aus der rund dreissigjährigen Tätigkeit der Tauchequipe legt der Archäologische Dienst des Kantons Bern nun in einer Monografie der Öffentlichkeit vor.

Seit Generationen beschäftigen sich archäologisch interessierte Laien und Forscher mit den prähistorischen „Pfahlbauten“ rund um den Bielersee. Nun gelingt es dem Autor Peter J. Suter mit einem neuen Ansatz ein umfassendes kulturhistorisches Bild einer ganzen Region vor rund 4700 Jahren zu entwerfen.

Jahrgenaue Datierungen zur Rekonstruktion kulturhistorischer Entwicklungen

Während der Jungsteinzeit bestanden an den Ufern des Bielersees zahlreiche Dörfer, darunter auch fünf heute als Unesco-Welterbestätten anerkannte Siedlungen. Ihre baulichen Entwicklungen lassen sich dank der dendrochronologischen Datierung geborgener Hölzer teilweise jahrgenau nachvollziehen.

Ebenso belegen die Holzproben eine gezielte Waldwirtschaft und damit eine intensive Nutzung der Landschaft. Importierte Rohstoffe und die Etablierung der Kupferverarbeitung sprechen für weitreichende Kontakte oder Technologietransfers. Ein aufschlussreicher Einzelfund aus Vinelz, ein frühes Holzrad, verweist weiter auf die Verwendung von Rad und Wagen vor mehr als viertausend Jahren am Bielersee.


Jungsteinzeitliches Rad aus Vinelz (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha)

Jungsteinzeitliches Rad aus Vinelz (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha)


Anstehende Untersuchungen im Umfeld Biel

Die moderne wissenschaftliche Untersuchung der prähistorischen Siedlungen am Bielerseeufer wurde entscheidend durch die Bestandsaufnahme vorhandener und durch Erosion bedrohter Siedlungsreste ab 1984 ermöglicht. Daneben war und ist die intensive Bautätigkeit Anlass archäologischer Interventionen. Im Gebiet am Bielerseeausfluss steht aktuell etwa der geplante Bau des Campus Biel/Bienne der Berner Fachhochschule an. Mit der dort ausgelösten Rettungsgrabung wird das archäologische Kulturerbe für folgende Generationen und künftige Forschungen gesichert.


Umschlag der Publikation „Um 2700 v. Chr. Wandel und Kontinuität in den Ufersiedlungen am Bielersee“ (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern)

Umschlag der Publikation „Um 2700 v. Chr. Wandel und Kontinuität in den Ufersiedlungen am Bielersee“ (Bild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern)


Buchpräsentation mit Vortrag

Die reich bebilderte zweibändige Publikation „Um 2700 v. Chr.“ wird am 6. März 2018 um 18 Uhr im von Rütte-Gut in Sutz der Öffentlichkeit übergeben. Nach einführenden Worten von Adriano Boschetti, Kantonsarchäologe, und Christine Hurni, Netzwerk Bielersee, und einer Ansprache von Hans Ulrich Glarner, Vorsteher Amt für Kultur, wird der Hauptautor Peter J. Suter die wichtigsten Ergebnisse des umfassenden Auswertungsprojektes vorstellen.

Angaben zur Publikation

Peter J. Suter, Um 2700 v. Chr. Wandel und Kontinuität in den Ufersiedlungen am Bielersee. Bern 2017. 764 S. mit 562 Abbildungen und 296 Tafeln. Preis: CHF 89.–.

ISBN 978-3-9524659-4-3. Zu beziehen beim Archäologischen Dienst des Kantons Bern, adb@erz.be.ch, Tel. 031 633 98 00.

Titelbild: Kupferperlen aus Sutz-Lattrigen, Rütte

 

Quelle: Kanton Bern
Titelbild: © Archäologischer Dienst des Kantons Bern, Badri Redha

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