Denkmalschutz – für die Schweizer Identität

12.09.2016 |  Von  |  Denkmalpflege
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Denkmalschutz – für die Schweizer Identität
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Die Schweiz verfügt über eine vielfältige Baukultur, ohne die das Land zweifellos ein grosses Stück ärmer wäre. Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat von 2012 bis 2015 den Erhalt von Bau- und Bodendenkmälern nachhaltig unterstützt – 89.2 Mio. Franken flossen an Fördergeldern. Dadurch konnten 674 Denkmäler schweizweit konserviert und restauriert werden – in einem reich bebilderten Bericht des BAK wird die unterstützte Baukultur jetzt näher vorgestellt.

Ohne Denkmäler wäre die Schweiz nicht das, was sie heute ist. Sie prägen die Identität der Menschen sowie den öffentlichen und privaten Raum. Beispiel dafür sind die Siedlungsreste der Pfahlbauten an den Seeufern im Mittelland, die mittelalterlichen Holzbauten im Kanton Schwyz, die Renaissance- und Barockkirchen im Tessin oder in Graubünden oder die Schlösser des 18. Jahrhunderts in der Waadt, aber auch die ehemalige Schuhfabrik Hug in Dulliken oder die eleganten Wohnhäuser Miremont-le-Crêt aus den 1950er-Jahren in Genf.


NE Neuenburg, Collégiale: Michel Muttner und seine Mitarbeitenden zeichnen verantwortlich für die minutiöse und professionelle Steinrestaurierung der Stiftskirche. (Bild: Elisabeth Muttner)

NE Neuenburg, Collégiale: Michel Muttner und seine Mitarbeitenden zeichnen verantwortlich für die minutiöse und professionelle Steinrestaurierung der Stiftskirche. (Bild: Elisabeth Muttner)


G Rapperswil-Jona, Kempraten, Töpferei-Komplex: Die Archäologin Nadja Melko forscht über die Scherben, um Kenntnis über die Herstellung und Verbreitung der Alltagskeramik zu erlangen (Bild: Alain Kübli)

G Rapperswil-Jona, Kempraten, Töpferei-Komplex: Die Archäologin Nadja Melko forscht über die Scherben, um Kenntnis über die Herstellung und Verbreitung der Alltagskeramik zu erlangen (Bild: Alain Kübli)


Bundesamt für Kultur unterstützt mit Finanzhilfen

Die im Bericht vorgestellten 674 Bau- und Bodendenkmäler wurden vom BAK von 2012 bis 2015 mit Finanzhilfen unterstützt. Die Denkmalpflege erbringt die dazu nötigen Leistungen. Um Baudenkmäler in ihrer Substanz und Erscheinung authentisch überliefern zu können, sind auch kompetente Handwerker und Fachleute erforderlich. Der Bericht porträtiert eine Auswahl von 13 Berufspersonen in ihrer Arbeit am Denkmal: Maler, Schreiner und Restauratoren, aber auch Archäologinnen, Mineraloginnen und Architekten.

Das BAK unterstützt auf Basis des Natur- und Heimatschutzgesetzes und im Verbund mit den Kantonen Erhaltung, Erwerb, Pflege, Erforschung und Dokumentation von archäologischen Stätten, Denkmälern und Ortsbildern. Die Finanzhilfen erfolgen in der Regel global im Rahmen von Programmvereinbarungen zwischen dem Bundesamt für Kultur und den Kantonen oder im Einzelfall direkt aufgrund eines Gesuchs der kantonalen Fachstelle.


SG Rapperswil-Jona, Kempraten, Töpferei-Komplex: Die Archäologin Nadja Melko forscht über die Scherben, um Kenntnis über die Herstellung und Verbreitung der Alltagskeramik zu erlangen (Bild: Jürgen Batscheider).

SG Rapperswil-Jona, Kempraten, Töpferei-Komplex: Die Archäologin Nadja Melko forscht über die Scherben, um Kenntnis über die Herstellung und Verbreitung der Alltagskeramik zu erlangen (Bild: Jürgen Batscheider).


OW Alpnachstad, Majorenhaus: Der Malermeister Walter Zünd leitete die sorgfältigen und fachgerecht ausgeführten Malerarbeiten am Holzbau mit Schindelfassade aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Bild: Architekturbüro Beda Dillier).

OW Alpnachstad, Majorenhaus: Der Malermeister Walter Zünd leitete die sorgfältigen und fachgerecht ausgeführten Malerarbeiten am Holzbau mit Schindelfassade aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Bild: Architekturbüro Beda Dillier).


OW Alpnachstad, Majorenhaus: Der Malermeister Walter Zünd leitete die sorgfältigen und fachgerecht ausgeführten Malerarbeiten am Holzbau mit Schindelfassade aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Bild: Fachstelle für Kultur- und Denkmalpflege des Kantons Obwalden)

OW Alpnachstad, Majorenhaus: Der Malermeister Walter Zünd leitete die sorgfältigen und fachgerecht ausgeführten Malerarbeiten am Holzbau mit Schindelfassade aus der Mitte des 19. Jahrhunderts (Bild: Fachstelle für Kultur- und Denkmalpflege des Kantons Obwalden).


Die Europäischen Tage des Denkmals

Am 10. und 11. September finden in der ganzen Schweiz die Europäischen Tage des Denkmals zum Thema „Oasen“ statt. Ziel der Europäischen Tage des Denkmals ist es, in der Bevölkerung das Interesse an den heimischen Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. In der ganzen Schweiz finden Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie viele weitere Veranstaltungen statt.


AI Appenzell, Wohnhaus Schäfligasse: Der Bauleiter und Schreiner Martin Schildknecht setzte sich gekonnt ein für die Instandstellung und Restaurierung des mit 1689 dendrodatierten und lange vernachlässigten Gebäudes, um modernes Wohnen in altem Gebälk zu ermöglichen (Bild: Robert Huber).

AI Appenzell, Wohnhaus Schäfligasse: Der Bauleiter und Schreiner Martin Schildknecht setzte sich gekonnt ein für die Instandstellung und Restaurierung des mit 1689 dendrodatierten und lange vernachlässigten Gebäudes, um modernes Wohnen in altem Gebälk zu ermöglichen (Bild: Robert Huber).


BL Arlesheim, Dom: Die Glocken- und Kunstgiesserei Rüetschi AG stellte mit René Spielmann und Mitarbeitern den Glockenstuhl, die Glocken und die Uhr so instand, dass sich die Vibrationen nicht mehr auf das wertvoll ausgemalte und stuckierte Deckengewölbe des Mittelschiffs übertragen (Bild: H. Rüetschi AG).

BL Arlesheim, Dom: Die Glocken- und Kunstgiesserei Rüetschi AG stellte mit René Spielmann und Mitarbeitern den Glockenstuhl, die Glocken und die Uhr so instand, dass sich die Vibrationen nicht mehr auf das wertvoll ausgemalte und stuckierte Deckengewölbe des Mittelschiffs übertragen (Bild: H. Rüetschi AG).


TI Lugano-Barbengo, Casa Sciaredo: Der Bauphysiker Ernst Baumann identifizierte die Ursache für den Schaden am Putz des 1932 von Georgette Klein-Tentori erbauten Atelierhauses. (Bild: zvg)

TI Lugano-Barbengo, Casa Sciaredo: Der Bauphysiker Ernst Baumann identifizierte die Ursache für den Schaden am Putz des 1932 von Georgette Klein-Tentori erbauten Atelierhauses. (Bild: zvg)


NE Neuenburg, Collégiale: Michel Muttner und seine Mitarbeitenden zeichnen verantwortlich für die minutiöse und professionelle Steinrestaurierung der Stiftskirche (Bild: Atelier-Muttner).

NE Neuenburg, Collégiale: Michel Muttner und seine Mitarbeitenden zeichnen verantwortlich für die minutiöse und professionelle Steinrestaurierung der Stiftskirche (Bild: Atelier-Muttner).


BAK-Bericht – solange der Vorrat reicht

Die Publikation „Restaurieren, konservieren, präsentieren. Bau- und Bodendenkmäler in der Schweiz, Finanzhilfen des Bundes 2012–2015“ kann – solange vorrätig – beim BAK, Sektion Heimatschutz und Denkmalpflege (denkmalpflege@bak.admin.ch), Hallwylstrasse 15, 3003 Bern, kostenlos bezogen werden.

 

Artikel von: Bundesamt für Kultur
Artikelbild: AI Appenzell, Wohnhaus Schäfligasse: Der Bauleiter und Schreiner Martin Schildknecht setzte sich gekonnt ein für die Instandstellung und Restaurierung des mit 1689 dendrodatierten und lange vernachlässigten Gebäudes, um modernes Wohnen in altem Gebälk zu ermöglichen (Foto: Kantonale Denkmalpflege Appenzell Innerrhoden).

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