Die Walliser Kantonshauptstadt Sion ist eine der ältesten Alpensiedlungen

13.10.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege

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Wie Ausgrabungen beweisen, war die Region der Walliser Kantonshauptstadt, bereits im Jahre 3500 v. Chr. besiedelt. Damit gilt sie als eine der ältesten Alpensiedlungen.

Sie ist seit dem Jahr 565 Bischofssitz des Kantons Wallis, welcher erst vor rund 200 Jahren, nämlich 1815 der Eidgenossenschaft beitrat. Der Name Sion (Sitten) ist auf die Kelten zurückzuführen, welche in der Eisenzeit auf dem Felsenhügel über der Stadt lebten. Von den Seduni stammt die Ortsbezeichnung Sedunum. Auf jenem Felsen thront seit 1294 das für den Bischof Bonifaz de Challant erbaute Schloss Tourbillon. Stark beschädigt im Krieg mit den Savoyern, musste die Burg 1447 wieder aufgebaut werden.



Tourbillon mit Ruine (Bild: Johannes Löw, Wikimedia, CC)

Tourbillon mit Ruine (Bild: Johannes Löw, Wikimedia, CC)

Leider sind heute nur noch Ruinen vorhanden. Ein Stadtbrand zerstörte 1788 die Festung fast vollständig. Erhalten geblieben sind dagegen die Burgkirche Valére und die Chorherrenhäuser. Tourbillon kann von Mitte März bis Mitte November täglich ausser montags besucht werden. Valére ist das ganze Jahr über geöffnet. Der Besuch der alten Gemäuer gehört unbedingt zu einem Stadtbummel durch Sion. Und diesen beginnt man am besten am Bahnhof, wo auch ein grosses Parkhaus zur Verfügung steht.

Wer sich für Denkmalpflege und Baugeschichte allgemein interessiert, lässt die lebhafte Avenue de la Gare schnell hinter sich. Bald ist ein klassizistischer Bau aus dem Jahre 1838 zu sehen: der Regierungspalast. Vorbei an der Kathedrale und dem bischöflichen Palast wird die Altstadt erreicht. Von hier führt der direkte Weg zu den Burgen hinauf. Im Hochsommer kann es sehr heiss werden. Bevor die Baudenkmäler erreicht werden, dürfen sich Naturfreunde freuen: Flora und Fauna sind in dieser Gegend recht exotisch. Seltene Pflanzen, die ansonsten nur in Südasien, Südamerika oder Kalifornien zu finden sind, wachsen auf den Trockenwiesen. Grillen, welche nur noch in der Provence heimisch sind, zirpen, und auch die Gottesanbeterin hat sich hier niedergelassen.

Die Burg Valére beherbergt in den Räumen der Domherrenhäuser das Museum für Geschichte. In der Kirche kann die älteste Orgel der Welt bewundert werden! 1430 erbaut, ist sie noch immer spielbar. Besucher, welche das Vergnügen haben, ihr zu lauschen, bezeichnen ihre Töne als magisch. Seit 40 Jahren kann man dieses 550 Jahre alte Instrument jährlich auf dem Festival für gotische Musik hören. Das ausgeklügelte System aus Toranlagen, Ringmauern und Wehrtürmen lässt erahnen, welche bewegte Geschichte Sion hinter sich hat und welche Rolle dabei die Burg Valére spielte. Die Ruinen von Tourbillon, die über einen recht steilen Pfad erreicht werden können, zeugen von einer glanzvollen Zeit. Die beiden Burgen gelten heute als Wahrzeichen Sions.



 

Oberstes Bild: Notre-Dame de Valère (Markus Bernet, Wikimedia, CC)

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