Die Burgruine Belfort – ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung

27.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege
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Die Burgruine Belfort – ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung
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Die Schweiz gehört zu den burgenreichsten Ländern Europas, und die meisten Burgen und Ruinen des Landes wurden in dem Gebiet des heutigen Kantons Graubünden errichtet. Unterstützt von der Denkmalpflege sowie des kantonalen Archäologischen Dienstes, setzt sich der Burgenverein Graubündens für die Erhaltung dieser unschätzbaren Zeitzeugen ein. Zu denen zählen nicht nur intakte, noch bewohnbare Anlagen, sondern auch mächtige Ruinen.

Die grösste und historisch bedeutendste Burgruine der Region ist Belfort in Mittelbünden. Diese befindet sich heute im Besitz von Brienz/Brinzauls und hat als Kulturdenkmal nationale Bedeutung erlangt. Die beeindruckende Gesamtansicht der Ruine besteht aus Türmen, weiten Ringmauern und ausgedehnten Wirtschafts- sowie Wohngebäuden. Vermutlich bestand die Anlage bereits im 11. Jahrhundert und wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts umfassend erneuert. Aus dieser Zeit stammen die heute noch sichtbaren Teile der Burg. Leider ist nichts darüber bekannt, wie einst die Dächer von Belfort aussahen.



Die Burgruine Belfort – Ausblick nach Brienz (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

Die Burgruine Belfort – Ausblick nach Brienz (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

Im 13. Und 14. Jahrhundert bildete die Burg den Mittelpunkt von Wirtschaft, Politik und Recht des Landes und lag an einer der wichtigsten Verbindungsstrassen: der Julier- und Albularoute. 1222 befand sich Belfort im Besitz des Freiherrn von Vaz und galt als wichtigster Sitz dieser Familie. Immer wieder kam es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, welche auf der rücksichtslosen Politik der Vazer beruhten. Nach dem Dahinscheiden des letzten Vazers 1337 kam die Burg in den Besitz der Tochter des Grafen von Toggenburg und später folgten diverse Besitzerwechsel. Unter Niklaus Beeli wurde Belfort 1486 ein österreichischer Stützpunkt. Dieses gefiel natürlich den Bündnern gar nicht. In der Schlacht von Calven, bekannt als „Schwabenkrieg“, wurde die Burg Belfort 1499 nach der Erstürmung niedergebrannt und weitestgehend vernichtet. Noch heute zeugen geschwärzte Fensterbalken von dieser Tat.

Dank dem Einsatz der Ruinen-Denkmalpflege konnte Belfort in den vergangenen Jahren umfangreich saniert werden und ist nun für Besucher jederzeit zugänglich.





Fenster der Burg Belfort (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

Fenster der Burg Belfort (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)




Das Ortsmuseum Vat/Obervaz eröffnete im Sommer 2012 einen ursprünglichen Kräutergarten in der Burgruine Belfort. Dabei wurde Wert darauf gelegt, Heil-und Gewürzpflanzen anzubauen, welche schon im Mittelalter Verwendung fanden. Informationen darüber bietet eine am Eingang der Burg erhältliche Informationsbroschüre.

Die Burgruine Belfort liegt an dem Kulturweg Voia culturala, welcher noch weitere kulturhistorische Höhepunkte bereithält. Dazu gehört die Pfarrkirche St. Calixtus, die mit ihrem spätgotischen, kunstvoll geschnitzten Flügelaltar zu den wichtigsten historischen Schätzen der Region zählt.

Während man bis Mitte des letzten Jahrhunderts Ruinen und Burgen eher vernachlässigte, sind sie inzwischen in den Mittelpunkt von Forschungsprojekten gerückt und werden umfangreiche Sanierungsprogramme realisiert. Denkmalpflege und Burgenverein tragen regelmässig dazu bei, dass diese unschätzbaren Zeitzeugen erhalten bleiben und für die interessierte Bevölkerung zugänglich sind.



 

Oberstes Bild: Die Burgruine Belfort ist die grösste und historisch bedeutendste Burgruine in Mittelbünden. (© Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

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