Telldenkmäler im Kanton Uri, der Heimat von Wilhelm Tell

12.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege
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Telldenkmäler im Kanton Uri, der Heimat von Wilhelm Tell
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Der Kanton Uri, einer der Schweizer Gründerkantone, liegt im Herzen des Landes. Hier soll der Nationalheld Wilhelm Tell sein Leben verbracht haben. Auf einer Reise durch Uri wird man immer wieder auf Spuren aus Tells Leben treffen.

Die Frage, ob Wilhelm Tell wirklich gelebt hat, oder nur eine Sage ist, kann wohl nie endgültig beantwortet werden. Historisch belegt ist weder seine Existenz noch die seines Gegenspielers Gessler. Schiller wählte Uri als Schauplatz des Dramas. Hier wird Tell mit Denkmälern und einem beeindruckenden Museum geehrt. Erwähnung findet er bereits seit dem 15. Jahrhundert, als sein Name erstmals im Weissen Buch von Sarnen auftauchte.



Verehrt als Nationalheld, ziert Wilhelm Tell heute sogar die Rückseite der 5-Franken- Münze.

Das bekannteste Telldenkmal befindet sich auf dem Rathausplatz in Altdorf, dem Hauptort von Uri. Richard Kissling schuf die Bronzestatue, welche Tell mit geschulterter Armbrust neben seinem Sohn Walter zeigt. Im August 1895 wurde das Denkmal vor einem alten Turm eingeweiht und dominiert bis heute das Zentrum Altdorfs. Im Sockel ist 1307 eingraviert: das Datum des Rütlischwurs. Den Turm ziert ein Bild des Kunstmalers Hans Sandreuter. Es bildet den Hintergrund der bronzenen Figurengruppe.

Auf einer Bronzeplatte hinter den Figuren ist zu lesen: „Erzählen wird man von dem Schützen Tell so lang die Berge steh’n auf ihrem Grunde“.

Wilchelm-Tell-Denkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf (Bild: H.Grob, Wikimedia, CC)

Wilchelm-Tell-Denkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf (Bild: H.Grob, Wikimedia, CC)




Direkt am Wasser des Urnersees, wie der in den Kanton Uri ragende Teil des Vierwaldstättersees genannt wird, steht die heutige Tellskapelle. Sie ist zum See hin offen und wird von vier beeindruckenden Fresken des Berner Historienmalers Ernst Stückelberger geschmückt. Auf diesen sind Apfelschuss, Tellsprung, Rütlischwur und der Tyrannenmord an Landvogt Gessler dargestellt.

Bereits früher stand eine Kapelle an diesem Ort. Diese wurde laut einer Orientierungstafel 1516 erstellt.

König Ludwig II von Bayern war von der Tellgeschichte so angetan, dass er beabsichtigte, an dieser Stelle eine riesige Tellfigur, ähnlich dem Koloss von Rhodos, aufzustellen. Zwischen deren Füssen hätten die Schiffe hindurchfahren sollen. Dieses Vorhaben wurde jedoch nie umgesetzt.

Tellskapelle am Wasser des Urnersees (Bild: Roland Zumbühl, Wikimedia, GNU)

Tellskapelle am Wasser des Urnersees (Bild: Roland Zumbühl, Wikimedia, GNU)




Nur wenige Schritte von der Kapelle entfernt, befindet sich die berühmte Tellsplatte. Hier soll der Nationalheld durch einen rettenden Sprung aus Landvogt Gesslers Boot seinen Häschern entkommen sein, weshalb dieser Ort im Volksmund auch als Tellssprung bezeichnet wird. Wenn ein Föhnsturm über das Wasser des Urnersees peitscht und massive Wellen auftürmt, fällt es leicht, sich diese Tat vorzustellen. Tellskapelle und Tellsplatte sind auch vom Schiff aus zu sehen. Von Frühjahr bis Herbst fahren auf dem Vierwaldstättersee geschichtsträchtige Dampfschiffe.

Tellskapelle – Schiffsteg (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

Tellskapelle – Schiffsteg (Bild: Adrian Michael, Wikimedia, GNU)

Die umfassendste Sammlung an Dokumenten, Bildern und Gegenständen, die das Leben Wilhelm Tells dokumentieren, befindet sich im Tell-Museum in seiner Heimatgemeinde Bürglen. Historisches und Kunstwerke aus sechs Jahrhunderten faszinieren die Besucher. Eine Sonderausstellung widmet sich seit Sommer 2012 dem Thema „Wilhelm Tell in der Kunst“. Dazu gibt es ein Tellenbuch, herausgegeben von der Gemeinde Bürglen. Dieses ist im Buchhandel, im Tellmuseum und in der Gemeindeverwaltung erhältlich.

Die Tellgeschichte hautnah zu erleben, macht ein rund 20-minütiger Tell-Lehrpfad möglich. Er beginnt beim Tellmuseum und führt, eingerahmt von der Bergwelt über einen idyllischen Pfad. Acht Tafeln vermitteln spielerisch und informativ das Leben und Wirken des Nationalhelden.

Tell-Museum in Bürglen (Bild: Roland Zumbühl, Wikimedia, GNU)

Tell-Museum in Bürglen (Bild: Roland Zumbühl, Wikimedia, GNU)




Bürglen selbst kann auf eine lange und interessante Geschichte zurückblicken. 857 hatte das Fraumünster Kloster in Zürich die Schirmherrschaft über den Ort, wie aus einer Schenkungsurkunde von König Ludwig hervorgeht. Warum gerade dieser Ort am Eingang des Schächentals als Heimatort Tells auserkoren wurde, ist nicht bekannt. Obwohl es sich um einen Mythos handelt, heisst es, dass die kleine Tellskapelle im Dorf auf dem Platz erbaut wurde, wo einst Tells Haus stand.

Mehr als 100 Jahre inszenierten Theaterleute aus Altdorf das Drama immer wieder neu. Die Idee, Schillers „Wilhelm Tell“ in seiner Heimat aufzuführen, beschloss die Volksversammlung der Gemeinde Altdorf im Oktober 1898. Bereits im darauf folgenden Juli fand die Uraufführung statt. Die Ansprüche des Publikums haben sich natürlich im Laufe der Zeit geändert. Deshalb sah sich die Tellspiel- und Theatergesellschaft Uri immer wieder mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Im Sommer 2016 kommt Wilhelm Tell zurück auf die Bühne Altdorfs. Die Tellspielgesellschaft konnte mit Philipp Becker einen renommierten Regisseur gewinnen, welcher sich durch seine Inszenierungen am Berner Stadttheater in der Schweiz einen Namen machte.

Friedrich Schiller, dem Schöpfer der Tellgeschichte, wurde dort, wo der Vierwaldstättersee in den Urnersee übergeht, ein Denkmal gesetzt: Ein markanter Felsbrocken, fast 30 Meter hoch, ragt hier seit Jahrhunderten aus dem Wasser. Das Weisse Buch von Sarnen erwähnte den Stein bereits im 15. Jahrhundert als Wegzeichen zum Rütli. Der aus ca. 40 Metern abgestürzte Felsklotz war ursprünglich viel grösser und gefährdete die Dampfschifffahrt. 1838 musste er deshalb auf seine heutige Grösse und Form verkleinert werden. Anlässlich Schillers 100. Geburtstag entschieden die Urkantone im Jahre 1859 dem Schöpfer des Dramas „Wilhelm Tell“ diesen obeliskförmigen Stein zu widmen. Als Schillerdenkmal grüsst er seit dieser Zeit weithin sichtbar gegenüber von Brunnen und zwischen Treib und Rütli liegend mit der Inschrift: „Dem Sänger Tells, F. Schiller, Die Urkantone 1859“.



 

Oberstes Bild: Schillerstein am Vierwaldstättersee (© WES1947, Wikimedia, CC)



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