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Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung durch Denkmalpflege

20.06.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege

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Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung durch Denkmalpflege 4.20/5 (84.00%)
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Im Bereich der Immobilien ist das heute gängige Konsumverhalten glücklicherweise nicht so stark ausgeprägt. Wohnhäuser werden über viele Jahre hinweg genutzt. Ein Neubau bietet zwar energietechnisch gesehen durchaus Vorteile. Trotzdem lohnt es sich, alte Gebäude zu erhalten, zu sanieren und zu restaurieren.

Mit einer durchdachten Vorgehensweise können ältere Bauten nicht nur äusserlich profitieren, sondern auch eine positive Energiebilanz aufweisen. In der Schweiz setzt sich der Bundesrat mit der Energiestrategie 2050 für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik ein. Das Schweizer Bundesamt für Kultur befürwortet eine denkmalverträgliche Umsetzung. An zahlreichen Beispielen wird sichtbar, wie sich die Lebensdauer vieler Baudenkmäler und die jahrhundertelange Nutzung als schonend für Ressourcen und Umwelt zeigen.



Altes Wissen soll nicht verloren gehen

Schon immer achteten die Menschen bei der Bebauung auf gewisse Grundsätze. Die Ausrichtung nach der Sonneneinstrahlung ist ein Aspekt, der schon vor Jahrhunderten berücksichtigt wurde. Die Sonne sollte dort genutzt werden, wo sie erwünscht ist – danach richteten sich auch die Anzahl und Grösse der Fenster sowie die Gestaltung des Eingangsbereichs und des Dachs.

In der Grundrissplanung hielten sich die Bauherren historischer Gebäude an ein effizientes Nutzungskonzept. Schlafräume waren häufig klein und zweckdienlich. In den Häusern für die einfachere Bevölkerung spielte die geräumige Wohnküche eine grosse Rolle, während sich die gehobene Schicht mit repräsentativen Wohnräumen schmückte. Allerdings war übergreifend eine individuelle Beheizung üblich: Man heizte nicht sinnlos Räume, die nicht genutzt wurden, sondern richtete sich nach dem örtlichen und zeitlichen Bedarf.

Natürliche Baumaterialien und ihre Wirkung auf das Raumklima

Einer der grössten Vorteile historischer Gebäude liegt in der Verwendung natürlicher Baumaterialien. Architekten und Bauherren nutzten Materialien aus der näheren Umgebung. So sind sichtbare Steine an einer Fassade ein Hinweis auf die Lage des Hauses. Dazu kommt, dass Werkstoffe aus der Natur wie beispielsweise Holz und Lehm für ein angenehmes und gesundes Raumklima sorgten und dies auch heute noch tun.



Insgesamt lohnt es sich, ältere Gebäude zu erhalten. Aus der Sicht der Historiker und Denkmalpfleger erfolgt dies natürlich unter dem Aspekt, dass historische Bauten wahre Zeitzeugen sind und vielfältige Hinweise auf die frühere Kultur und Lebensweise geben. Im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes rentieren sich Sanierung, Restauration und Wiederinstandsetzung. Diese Vorgehensweisen nutzen das bereits vorhandene Potenzial und verzichten auf den Neuverbrauch von Baumaterialien.

Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, in welchem Umfang neue, zeitgemässe Methoden bei der energetischen Sanierung anzuwenden sind. Eine schonende Umsetzung sollte im Vordergrund stehen. Der optische Eindruck des Gebäudes darf durch moderne Massnahmen nicht beeinträchtigt werden.





Einer der grössten Vorteile historischer Gebäude liegt in der Verwendung natürlicher Baumaterialien. (Bild: Harrison Goodall, Wikimedia)

Einer der grössten Vorteile historischer Gebäude liegt in der Verwendung natürlicher Baumaterialien. (Bild: Harrison Goodall, Wikimedia)

Erneuerbare Energien und Denkmalschutz

Damit schützenswerte Gebäude und das jeweilige Ortsbild möglichst originalgetreu erhalten bleiben, muss die Sanierung behutsam sein. Die Fassadendämmung ist beispielsweise ein kritischer Punkt. Beim Einsatz von thermischen und Fotovoltaik-Anlagen sollte ebenfalls die Optik nicht beeinträchtigt werden.



 

Oberstes Bild: Sinnvolles Sanieren denkmalgeschützter Objekte sorgt für Nachhaltigkeit. (© Wofl, Wikimedia, CC)


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