Historisches und Innovatives aus St. Moritz

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St. Moritz gehört zu den beliebtesten Ferienorten der Schweiz und ist weltbekannt. Viele der Einwohner der berühmten Engadiner Gemeinde verdanken seit dem 19. Jahrhundert dem Tourismus ihren Arbeitsplatz.

Aber nicht nur der Tourismus hat in dem kleinen Ort eine interessante Geschichte.

Die Anfänge von St. Moritz

Uraltes Lärchenholz an der St. Mauritiusquellfassung datieren Archäologen in die Bronzezeit. Bereits vor 2200 Jahren waren offensichtlich die Heilquellen der Region bekannt. Auch hinterliessen die Römer ihre Spuren: 2000 Jahre alte Funde weisen auf die Besiedlung in der Zeit des Römischen Reiches hin. Über die nachfolgende Zeit ist wenig bekannt.

Erst im 19. Jahrhunderts rückte der Ort in der Maloja Region in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses. Durch eine Wette wurde der Tourismus in St. Moritz 1864 noch bekannter: Hotelier Johannes Badrutt wettete nämlich mit Sommergästen aus England, dass die Engadiner Sonne nicht nur im Sommer, sondern auch im Winter herrlich wärmt. Er versprach seinen Gästen, dass diese selbst in den Wintermonaten gemütlich ohne Jacke auf der Terrasse sitzen können. Er war sich dessen so sicher, dass sein Wetteinsatz grosszügig ausfiel: Sollte sein Versprechen nicht eingehalten werden können, würde er die Reisekosten der englischen Gäste vollständig übernehmen.

Die Engländer sind bekanntlich von Wetten begeistert und nahmen das Angebot an. Sie reisten zwar nach den Sommerferien ab, aber kamen schon an Weihnachten wieder zurück. Es heisst, dass sie sogar bis nach Ostern blieben, um dann zufrieden und sonnengebräunt zurück nach England zu reisen.

Diese Geschichte wird gern erzählt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass St. Moritz bereits vorher eine beliebte Alpendestination war, die vor allem wohlhabende Gäste aus aller Welt anzog. Das Wetter, die Landschaft und die eisenhalten Mineralquellen, die schon in prähistorischer Zeit genutzt wurden, boten schon längst alles, was Touristen sich wünschen. Das älteste und bekannteste Hotel in St. Moritz galt schon im 19. Jahrhundert als beste Adresse in den Schweizer Bergen, wenn nicht gar in der ganzen Alpenwelt.


St. Moritz, Kulm Hotel

St. Moritz, Eingang des historischen Kulm-Hotels (Bild: Taljat David – shutterstock.com)


Das Kulm-Hotel in St. Moritz Ende des 19. Jahrhunderts

Nachdem Johannes Badrutt die Wette gewann und die englischen Touristen begeistert einen Winter im Kulm-Hotel verbracht hatten, verbreitete es sich ruckzuck: In St. Moritz kann man sich auch im Winter herrlich erholen. Die legendäre Wette war der Beginn des internationalen Wintertourismus in den Schweizer Alpen. Der innovative Hotelier war es auch, der das erste elektrische Licht in die Schweiz brachte. Während eines Besuchs der Weltausstellung in Paris lernte er die neue Möglichkeit, Räume zu erhellen, kennen. Enthusiastisch liess er für rund 11‘000 Schweizer Franken – zu damaliger Zeit viel Geld – ein eigenes kleines Kraftwerk errichten. Im Jahre 1879 erstrahlte das Hotel erstmals durch elektrische Beleuchtung.

Das ist aber noch nicht alles, was St. Moritz dem ehemaligen Hotelier des Kulm-Hotels verdankt: Er war es auch, der die ersten Sportanlässe und Maskenbällen organisierte. Diese zogen schon bald bekannte Personen aus Politik, Wirtschaft und Kultur aus vielen europäischen Ländern an. Auch der Adel war begeistert vom Engadin.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Hotel umfassend restauriert und erweitert. 1889 liess Johannes Badrutt das erste öffentliche Telefonnetz in der Schweiz installieren, welches über 24 lokale Verbindungen verfügte.

Der schiefe Turm von St. Moritz.


Schiefer Turm St. Moritz

Der schiefe Turm von St. Moritz (Bild: kielscsn– shutterstock.com)


Die wohl spektakulärste Sehenswürdigkeit in St. Moritz stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist 33 Meter hoch. Es ist der Turm der ehemaligen Mauritiuskirche, der mit einer Neigung von 5,5 Grad zu den schiefsten Türmen der Welt zählt. Die Schräge entstand, als sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts ein Hangrutsch ereignete. Wiederholt waren umfangreiche Sicherungsmassnahmen notwendig, um zu verhindern, dass der Turm kippt und damit unwiderruflich verloren geht. Er wurde, wie die gesamte Kirche, im gotischen Stil als Glockenturm erbaut. Bis heute ist eine Inschrift erkennbar, die ins Jahr 1570 datiert wird. Im Zusammenhang mit einer Stabilisierung hat man die Glocken im Jahr 1890 entfernt.

Im Jahre 1787 wurde eine neue Kirche in St. Moritz erbaut, die die baufällige ehemalige Mautitiuskirche ersetzt. Von dieser blieben ausser dem Turm Grabsteine auf dem alten Kirchfriedhof erhalten.

Museen in St. Moritz

Das Segantini Museum und das Engandiner Museum beherbergen die Kunstwerke von Giovanni Segantini, sowie zahlreiche kulturhistorische Objekte der Schweiz und blicken auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Das Segantini Museum ist von grosser internationaler Bedeutung. Unter seiner mächtigen Kuppel befindet sich die weltweit grösste Sammlung von Werken des einzigartigen Künstlers.

Im Forum Paracelsus wird den Besuchern die Geschichte der Heilquellen von St. Moritz nähergebracht. Das Wasser steht Besuchern kostenlos zur Verfügung.

Die Anfänge des Tourismus und der Innovationen in St. Moritz

St. Moritz ist ein Ort, an dem neben den bereits genannten, viele historische Erfindungen der Schweiz erstmalig zum Einsatz kamen. Im Jahr 1910 fand in der Region der erste Motorflug des Landes statt und 25 Jahre später wurde der erste Skilift in Betrieb genommen.

Eine weitere Touristenattraktion ist die Albulabahn, die St. Moritz mit Thusis verbindet, sowie die Berninabahn, die Reisende bis in die italienische Stadt Tirano befördert. Beide Strecken wurde zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt und führen auf einer modernen Strecke durch die Schweizer Alpen. Die Albulabahn wurde im Jahr 1904 fertiggestellt und die Berninabahn neun Jahre später. Somit sind beide Strecken über einhundert Jahre alt.

Auch die Skeleton-Sportart wurde in St. Moritz ins Leben gerufen. Sie wird seit 1884 im St. Moritz Tobogganing Club ausgetragen. Auch fand dort das erste Alpen-Golfturnier statt. St. Moritz ist zudem für seine exklusiven und seltenen Wintersportarten, wie Tobogganing, Pferderennen, Cricket On Ice oder Polo auf Schnee weltberühmt.


Wintersport Engadin

In St. Moritz wurden verschiedene Wintersportarten erstmals in der Schweiz ausgeübt, wie beispielsweise Polo auf Schnee. (Bild: saveriolafronza – shutterstock.com)


Obwohl St. Moritz nicht zu den grössten Kur- und Wintersportstandorten gehört, sprechen neben seiner Geschichte die Lage, die Qualität der Hotellerie, das überdurchschnittlich hohe Angebot an Sportaktivitäten und die zahlreichen Heilquellen für sich. Als zweifacher Gastgeber der Olympischen Winterspiele, in den Jahren 1928 und 1948, gehört St. Moritz zu den wichtigsten Orten seiner Art.

St. Moritz ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich historische Gebäude, Traditionen, Innovationen und moderne Trends ergänzen können.

Weiterführende Informationen St. Moritz

St. Moritz Tourist Information
Via Maistra 12
CH-7500 St. Moritz

Tel. +41 81 837 33 33

 

Titelbild: Dmitry Shulov @ shutterstock.com

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