Holzbrücke, Löwe, Wehrmauer: Berühmte Baudenkmäler in Luzern

01.09.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Die Stadt Luzern (französisch: Lucerne) im gleichnamigen Kanton gilt als Tor zur Zentralschweiz und liegt inmitten eines bezaubernden Bergpanoramas am nordwestlichen Ufers des verzweigten Vierwaldstättersees. Der Reussarm teilt Luzern in autofreie Altstadt und befahrbare Neustadt. Luzern ist nicht nur ein attraktives Ausflugsziel für viele Touristen und Bergwanderer, die von hier aus zu den Bergen Rigi, Pilatus oder Stanserhorn aufbrechen, sondern eine wahre Fundgrube für Denkmalschützer, Historiker und an Architekturkunst Interessierte.

Als Wahrzeichen und beliebtes Fotomotiv gilt die mittelalterliche Kapellbrücke, eine der ältesten überdachten Holzbrücken Europas mit einmaligen historischen Giebelbildern und dem restaurierten Wasserturm. Diese Brücke verbindet die durch die Neuss getrennte Altstadt mit der Neustadt. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Museggmauer, eine mittelalterliche Wehranlage mit Türmen, für deren Erhalt eine Stiftung verantwortlich zeichnet. Als berühmtestes Denkmal wird der Sterbende Löwe von Luzern gehandelt, ein überdimensionales Monument, das aus einer Wand des ehemaligen Sandsteinbruchs herausgearbeitet wurde und an den Heldentod der Schweizergarde beim Tuileriensturm erinnert.

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Giornico in der Leventina – ein Dorf voller Kulturschätze und Zeitzeugen

30.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Giornico ist einerseits ein typisches Dorf, dessen rund 850 Einwohner wie anderswo auch ihrem normalen Alltag nachgehen, anderseits wirkt es dank seiner Kulturschätze beinahe wie ein Freiluftmuseum. Durch den Fluss Ticino geteilt, verfügt das Dorf über zwei Bezirke: Rechts des Flusses liegt der Kirchenbezirk, der alte Dorfkern befindet sich am linken Ufer.

Vor dem Bau der Gotthardbahn führte der gesamte Saumverkehr in Richtung Norden durch Giornico. Der alte Passweg querte den Fluss über zwei bis heute gut erhaltene rund 600 Jahre alte Steinbrücken. Diese wurden im 16. Jahrhundert restauriert. Durch die Eisenbahn verlor das Dorf sein Ansehen als Handelsplatz, sodass Weinanbau und Landwirtschaft zum Haupterwerbszweig wurden. Der alte Gotthardweg wird heute vor allem von Wanderern und Touristen genutzt. Er trifft im Zentrum von Giornico auf die Casa Stanga.

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Der Löwe von Luzern – ein beeindruckendes Stück steinerne Kulturgeschichte

28.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  |  1 Kommentar
Ein scheinbar schlafender, überlebensgrosser Löwe ist eines der historisch wertvollsten Wahrzeichen der Stadt Luzern. Laut dem Schriftsteller Mark Twain gehört es seit seiner Einweihung im Jahr 1821 zu den weltweit schönsten Denkmälern: „Der Löwe von Luzern ist das traurigste und bewegendste Stück Stein der Welt“, schrieb er an einen Freund. Der Löwe schläft nicht – er stirbt.

Das Löwendenkmal wurde zum Andenken an den Heldentod der 1792 beim Sturm des Pariser Tuilerienpalastes gefallenen Mitglieder der Schweizergarde geschaffen. Den Entwurf lieferte der berühmte dänische Bildhauer Berthel Thorvaldsen. Aber der Löwe sollte nicht tot sein. Er sollte trotz seiner Verwundung Kraft ausstrahlen, ohne gefährlich zu wirken. Dieser künstlerische Spagat stellte eine grosse Herausforderung dar, der zur damaligen Zeit offensichtlich kein Schweizer Künstler gewachsen war.

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Die Burgruine Belfort – ein Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung

27.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Die Schweiz gehört zu den burgenreichsten Ländern Europas, und die meisten Burgen und Ruinen des Landes wurden in dem Gebiet des heutigen Kantons Graubünden errichtet. Unterstützt von der Denkmalpflege sowie des kantonalen Archäologischen Dienstes, setzt sich der Burgenverein Graubündens für die Erhaltung dieser unschätzbaren Zeitzeugen ein. Zu denen zählen nicht nur intakte, noch bewohnbare Anlagen, sondern auch mächtige Ruinen.

Die grösste und historisch bedeutendste Burgruine der Region ist Belfort in Mittelbünden. Diese befindet sich heute im Besitz von Brienz/Brinzauls und hat als Kulturdenkmal nationale Bedeutung erlangt. Die beeindruckende Gesamtansicht der Ruine besteht aus Türmen, weiten Ringmauern und ausgedehnten Wirtschafts- sowie Wohngebäuden. Vermutlich bestand die Anlage bereits im 11. Jahrhundert und wurde zu Beginn des 12. Jahrhunderts umfassend erneuert. Aus dieser Zeit stammen die heute noch sichtbaren Teile der Burg. Leider ist nichts darüber bekannt, wie einst die Dächer von Belfort aussahen.

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Denkmäler und Schauplätze entfalten den Zauber der Heidi-Welt

26.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Ein kleines Mädchen erobert seit über 100 Jahren die Herzen von Kindern und Erwachsenen rund um die Welt. Die Rede ist von Heidi, der Hauptfigur aus Johanna Spyris gleichnamigem Roman. Geschrieben in den Jahren 1880 und 1881 ist dieser zu einem Weltbesteller geworden und zählt seit Generationen zu den beliebtesten Kinderbüchern. Dabei ist Heidi nicht etwa eines von vielen Werken einer Bestsellerautorin. Im Gegenteil: Frau Spyri war bereits 53 Jahre, als sie den Roman schrieb, und hatte erst neun Jahre vorher erste Geschichten veröffentlicht.

Johanna Louise Spyri, geborene Heusser, erblickte am 12. Juni 1827 das Licht der Welt. In ihrem Geburtsort Hirzel im Kanton Zürich wurde zum Gedenken an Heidis Schöpferin ein kleines Museum eingerichtet. Dieses befindet sich im alten Schulhaus, einem schönen Fachwerkgebäude aus dem Jahre 1660. Fotos der Familie Spyri sind hier ebenso zu sehen wie Handschriften und alte Ausgaben von Spyris Werken. Im Heidi Zimmer wird die Welt der kleinen Heldin aus dem Bündnerland dargestellt.

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Kulturstadt Genf – Historie und Moderne am Genfer See

25.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Wahrzeichen der Stadt Genf ist nicht etwa ein Denkmal, ein historisches Gebäude oder eine Skulptur, sondern eine bis zu 140 Meter hohe Wasserfontäne im Genfer See: der Jet d’eau. Hierbei handelte es sich ursprünglich um ein einfaches Druckablassventil einer 1885 erbauten Druckwasserleitung, mit deren Hilfe die Genfer Juweliere ihre Maschinen betrieben. Sechs Jahre später beschloss die Genfer Regierung, die Fontäne als Wahrzeichen der Stadt zu nutzen, setzte sie ins Seebecken um, erhöhte den Wasserdruck und beleuchtete den Strahl.

Natürlich besitzt die Stadt Genf im südwestlichsten Zipfel der Romandie auch handfeste Baudenkmäler sowie eine historische Bausubstanz, die sich dank moderner Denkmalpflege sehen lassen kann. Möglicherweise konnten sich die Stadtoberen nicht für eines der vielen historischen Gebäude entscheiden und wählten deshalb den Jet d’eau als Wahrzeichen für Freiheit und Unabhängigkeit. Im viergeteilten Stadtgebiet findet sich eine Vielzahl an Museen, die sich mit der Kulturgeschichte und der Entwicklung der heute französischsprachigen Schweiz befassen sowie zahlreiche alte Kirchen, Bauwerke und Denkmäler von kulturhistorischem Wert. Genf kann auf eine über 2.000 Jahre alte Entstehungsgeschichte zurückblicken.

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Glarus-Nord: Zwicky-Haus in Mollis mit Hexenmuseum und Hexendenkmal

23.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Bauwerke, Denkmalpflege  | 
Glarus Nord ist eine Gemeinde im Kanton Glarus, liegt zwischen dem Kanton Schwyz und dem Kanton St. Gallen im Linthtal und besteht in dieser Zusammensetzung seit der Glarner Gemeindereform im Jahr 2011. Die Ortschaften der Gemeinde verfügen über zahlreiche historische Bauwerke und Denkmäler der Klasse A. Eines der bekanntesten ist das Zwicky-Haus in Mollis, in dem die letzte angebliche Hexe der Schweiz lebte und arbeitete. In unmittelbarer Nähe befinden sich das Orts- und Anna-Göldi-Museum.

Die Ortschaft Mollis in der Gemeinde Glarus-Nord liegt inmitten einer beeindruckenden Landschaft: in der Talebene zwischen Schlattbach und Walensee und umgeben von Hügeln und Bergen der Fronalp. Die Linthebene war nach der letzten Eiszeit komplett mit Wasser bedeckt und bildete eine Einheit mit dem Zürcher See und dem Walensee. Seit dem Frühmittelalter verbindet das Flüsschen Linth die beiden Seen, jetzt Linthkanal und Escherkanal. In der verlandeten Ebene entstanden die Ortschaften Bilten, Niederurnen, Oberurnen, Näfels und Mollis. Von der ursprünglichen Besiedlung durch die Römer zeugen alte Mauerreste.

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Grabstätten als wichtige Zeugen vergangener Zeit

22.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege, Schauplätze  | 
Grabstätten, Grabsteine, Grabmale und Gruften sind unbestritten Denkmäler, um die sich in besonderen Fällen der Schweizer Denkmalschutz kümmert. Allerdings gibt es nur wenige historische Grabmale. Warum das in Zürich so ist, wird in diesem Bericht erklärt. Von der Denkmalpflege profitieren heute Grabstätten, um deren Erhalt sich keine Nachfahren kümmern können, insbesondere Grabstätten, die berühmte Persönlichkeiten beherbergen oder die in ihrer Gestaltung kulturhistorischen Wert besitzen.

Wer denkt, die Denkmalpflege kümmert sich nur um historische Gebäude, technische Denkmäler oder alte Skulpturen, wird hiermit eines Besseren belehrt. Allein in der Stadt Zürich wurden im vergangenen Jahr 321 Gräber aus dem 19. und 20. Jahrhundert unter Denkmalschutz gestellt. Das wurde auch höchste Zeit! Zürich verfügt über insgesamt sieben städtische Friedhöfe, von denen einige wahre Kleinode sind, deren Gestalter zahlreiche Preise einheimsen durften. Auch eine Gartenanlage kann kulturhistorisch wertvoll sein und unter Denkmalschutz stehen, wie beispielsweise der Seeburgpark Kreuzlingen, über den wir erst kürzlich berichteten.

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Baudenkmäler in Kreuzlingen: Kloster, Schloss und Kornschütte

21.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Die Grenzstadt Kreuzlingen liegt auf der Schweizer Seite des Bodensees, gehört zu den wichtigen Zielorten auf dem Bodensee-Rundwanderweg und ist mit über 20’800 Einwohnern die zweitgrösste Stadt des Kantons Thurgau. Der Name geht auf das Augustinerstift „Cruzelin“ (das ehemalige Augustinerchorherrenstift St. Ulrich) zurück, das im Jahr 1125 vom damaligen Konstanzer Bischof gegründet wurde. Die Gemeinde Kreuzlingen verfügt über zehn Burgen, Schlösser und schlossähnliche Gebäude. Diese Baudenkmäler und Kulturgüter zu bewahren ist nicht nur Aufgabe der kantonalen Denkmalpflege.

Drei eingemeindete Dörfer bildeten in den späten 1920er-Jahren die Grundlage für die Stadt Kreuzlingen: Egelshofen, Emmishofen und Kurzrickenbach. 1947 erhielt Kreuzlingen das grosse Stadtrecht. Erst zu diesem Zeitpunkt waren die notwendigen 10’000 Einwohner erreicht. Die Stadt Kreuzlingen entwickelte sich rasch und bildet heute mit der deutschen Stadt Konstanz ein räumliches Ballungsgebiet (Agglomeration) mit insgesamt 120’000 Einwohnern. Die nördliche Stadtgrenze schliesst direkt an den mittelalterlichen Kern von Konstanz an und ist gleichzeitig die Staatsgrenze zu Deutschland.

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Schloss Gottlieben – ein Wasserschloss mit kulturhistorischer Bedeutung

20.08.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege  | 
Gottlieben gehört mit unter 300 Einwohnern zu den kleinsten Gemeinden der Schweiz und liegt im Kanton Thurgau im Bezirk Kreuzlingen. Rund um die Stadt Kreuzlingen befinden sich sieben Gemeinden, von denen einige aus Kleindörfern, Einzeldörfern und Weilern bestehen, in denen prächtige Fachwerkhäuser und sorgfältig restaurierte Kirchen beeindruckende Akzente setzen. Markante Burgen und malerische Schlösser von kunsthistorischer Bedeutung prägen die Gegend. Das überregional bedeutsame Gottlieber Schloss aus dem 13. Jahrhundert ist eines davon.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde Schloss Gottlieben mehrfach umgestaltet, erweitert, zerstört und wiederaufgebaut. Heute ist es ein Beweis für die funktionierende Denkmalpflege in der Schweiz, deren Gesellschaften mit privaten und öffentlichen Mitteln Baudenkmäler listen und erhalten.

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