Denkmalpflege in der Schweiz

11.09.2013 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege
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Denkmalpflege in der Schweiz
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Die Schweiz ist reich an den vielfältigsten Kulturdenkmälern. Die Baudenkmäler zeugen auf authentische, anschauliche Weise von unserer Geschichte und Kultur und sind damit Gegenstände der gemeinschaftlichen Erinnerung. Sie machen politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen der Vergangenheit begreifbar und im Alltag unmittelbar erfahrbar. Die historischen Hinterlassenschaften schlagen eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und stiften kulturelle Identität.

Daher sollen Kulturdenkmäler dauerhaft erhalten und gepflegt werden. Dieses Ziel verfolgt die Denkmalpflege: Sie umfasst alle geistigen, technischen, handwerklichen und künstlerischen Massnahmen zur Er- und Unterhaltung von Kulturdenkmälern. Die Denkmalpflege bewahrt das kulturelle Erbe an Bau-, Boden- und Gartendenkmälern für zukünftige Generationen und schützt es vor Zerstörung, Beschädigung oder Verfall.

Gemäss Bundesverfassung (Art. 78 Abs. 1) sind in der Schweiz die Kantone und die Städte für die Erhaltung und Pflege der Baudenkmäler verantwortlich. Die öffentliche Aufgabe der Denkmalpflege liegt in den Händen von spezialisierten kantonalen Fachstellen. Während der Begriff „Denkmalpflege“ somit auf eine staatliche Institution zielt, meint „Denkmalschutz“ den rechtlichen Auftrag zum Erhalt der Kulturdenkmäler (festgelegt im Bundesgesetz über den Natur- und Heimatschutz von 1966).

Das Aufgabenspektrum der Denkmalpflege

Zu den Massnahmen der Denkmalpflege gehört es grundlegend, wissenschaftlich fundierte Dokumentationen und Inventare anzulegen, um eine systematische Erforschung und Bestandserfassung der Kulturdenkmäler zu leisten.

Weitere Funktionen der Denkmalpflege sind die Begutachtung, Beratung und Expertise. Die kantonalen Fachstellen für Denkmalpflege prüfen Baugesuche hinsichtlich denkmalpflegerischer Relevanz, erstellen Gutachten, die den Zustand von Kulturdenkmälern beurteilen und ggf. Massnahmen zum Erhalt darlegen, arbeiten beratend bei Bau- und Planungsfragen in Kommissionen und Jurys mit und leisten eine fachspezifische Beratung von Gemeindebehörden.

Schliesslich hat Denkmalpflege auch die Aufgabe, die wissenschaftlich aufgearbeiteten Ergebnisse zu denkmalpflegerischen und bauhistorischen Fragen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dazu gehören die Erstellung von Fachpublikationen zur Denkmalpflege, das Veranstalten von Fachtagungen oder Führungen, die Fachberatung von Privaten, Organisation, Behörden und wissenschaftlichen Institutionen oder die Mitarbeit bei Ausstellungen.

Kulturdenkmäler pflegen und erhalten

Konkret läuft Denkmalpflege stets darauf hinaus, die Bausubstanz schützenswerter Objekte in ihrem überkommenen Zustand zu erhalten. Dabei geht es nicht allein um den bauhistorischen und architektonisch-ästhetischen Wert eines Objekts, sondern auch darum, die sozial-, wirtschafts- und technikgeschichtlichen Nutzungsspuren und Veränderungen sichtbar zu machen. Je nach Baudenkmal gelingt dies mit unterschiedlichen Massnahmen. Im Folgenden werden diverse Formen vorgestellt.

Restaurierung: Diese Massnahme kommt zum Zuge, „wenn ein Objekt durch vergangene Veränderungen oder Zerstörung Teile seiner Bedeutung oder Funktion verloren hat“ (Wikipedia). Ziel ist es, unter Wahrung der vorhandenen, originalen Substanz die ursprüngliche Gebrauchsfähigkeit wieder herzustellen.

Konservierung: Im Unterschied zur Restaurierung umfasst die Konservierung alle Massnahmen, „die den Zustand eines Objekts stabilisieren und das Eintreten künftiger Schäden verlangsamen sollen“ (Wikipedia). Ziel einer Konservierung ist es, den originalen Zustand und das ursprüngliche Erscheinungsbild zum Zeitpunkt der Massnahme zu bewahren. Als Mittel kommt etwa die Reinigung eines Objekts infrage, ebenso die behutsame Sicherung des historischen Materials (Beispiel: Steinkonservierung).

Renovation: Bei der Renovation („Erneuerung“) steht die Instandsetzung der „Gebrauchsfähigkeit und Funktionalität eines Objektes im Vordergrund der Bemühungen“ (Wikipedia). Anders als bei der Restauration ist die Verwendung und die Ergänzung mit nicht historischen Materialien üblich.

Rekonstruktion: Mittels einer Rekonstruktion werden fehlende oder nicht mehr funktionstüchtige Teile eines Objekts oder das Erscheinungsbild ganzer Bauten
anhand historischer Quellen nachgebildet. „Rekonstruierte Objekte gelten als Neuschöpfungen und stellen für die Denkmalpflege eine absolute Ausnahmesituation dar.“ (Wikipedia)

Translozierung: Bei der Translozierung (= Gebäudeversetzung) wird ein Baudenkmal „dokumentiert abgebaut und anschliesend möglichst originalgetreu an anderer Stelle wiederaufgebaut“ (Wikipedia). Möglicherweise verliert ein transloziertes Baudenkmal seinen amtlichen Denkmalschutz, seine Zeugenschaft einer vergangenen Kultur aber in der Regel nicht.

 

Oberstes Bild: Schulhaus Letten, Zürich. Quelle: Wikimedia / Lizenz CC



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1 Kommentar


  1. „Der Schweizer Heimatschutz eröffnet heute das erste Heimatschutzzentrum der Schweiz in der Villa Patumbah. Dank dem frisch renovierten Baudenkmal, der Dauerausstellung im Erdgeschoss und spannenden Angeboten für Gross und Klein wird Baukultur hautnah erlebbar.“

    http://www.heimatschutz.ch

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