Schweizerische Nationalbibliothek: Digitales Kulturgut nimmt rasant zu

11.07.2017 |  Von  |  Denkmalpflege, News
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Schweizerische Nationalbibliothek: Digitales Kulturgut nimmt rasant zu
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Der eben erschienene Jahresbericht 2016 der Schweizerischen Nationalbibliothek (NB) zeigt: Das digitale Kulturgut der Schweiz wächst rasant. Die Zunahme der elektronischen Publikationen betrug gegenüber dem Vorjahr 68 Prozent. Insgesamt wuchs die allgemeine Bibliothekssammlung der NB um 1,9 Prozent.

Per Ende 2016 umfasste die Sammlung rund 4,6 Millionen gedruckte und digitale Publikationen. Dazu kommen etwa 1,2 Millionen Dokumente des Eidgenössischen Archivs für Denkmalpflege, 81 Einzelsammlungen der Graphischen Sammlung, 369 Archive und Nachlässe des Schweizerischen Literaturarchivs sowie die Bestände der Schweizerischen Nationalphonothek.

Bedeutende Zugänge in der Graphischen Sammlung waren etwa die Tauschbibliothek Daniel Spoerri sowie die gesamte Editionsproduktion der Luzerner Edizioni Periferia. Das Schweizerische Literaturarchiv konnte 2016 unter anderem die Archive von Margrit Baur, Michel Contat, Jean-Louis Kuffer, Jean-Marc Lovay und Ilma Rakusa in seine Bestände aufnehmen.

Grösste Sammlung von Schweizer Tondokumenten

Seit dem 1. Januar 2016 gehört die Schweizerische Nationalphonothek in Lugano zur NB. Sie ist die grösste Sammlung von Schweizer Tondokumenten, von denen der Grossteil digital ist. Diese Tondokumente, neue e-Books, e-Journals und Websites sowie Digitalisate von gedruckten Publikationen bestätigen auch in der NB den internationalen Trend der letzten Jahre: die digitalen Sammlungen der Bibliotheken wachsen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die digitale Sammlung der NB um 68% auf fast 76‘000 elektronische Publikationen.

Die gesicherte Langzeiterhaltung von digitalen Dokumenten stellt Bibliotheken und Archive weltweit vor grosse Herausforderungen. Die NB führte im Oktober 2016 die iPRES 2016 durch, eine der ältesten und renommiertesten Tagungen auf diesem Gebiet. Über 300 Forschende aus 30 Ländern tauschten sich über die neuesten Entwicklungen aus. Die NB selbst ist dabei, ein sogenanntes Repository aufzubauen, das alle ihre digitalen Dokumente aufnehmen soll.

Wachsende Zahl von Online-Titeln

Der Trend zur Digitalisierung zeigt sich ebenfalls bei der Benutzung. Die Nachfrage vor Ort nimmt ab, die Nachfrage im Netz nimmt zu. Deshalb digitalisiert die NB in Zusammenarbeit mit Partnern ausgewählte Bestände und macht sie auf Plattformen wie Wikimedia Commons, Schweizer Presse online, e-periodica und opendata.swiss verfügbar.

Beispielsweise stellte die NB 2016 1‘323 Fotografien des Orientalisten Max van Berchem (1863–1921) auf Wikimedia Commons online. Wichtige Zeitschriften, die auf e-periodica.ch neu online lesbar sind, sind das Schweizerische Handelsamtsblatt (1883–2014), der Nebelspalter (1875–2010), die Hotel-Revue (1892–1992), die Actes de la Société jurassienne d’émulation (1857–2014) und Actio, eine Zeitschrift des Schweizerischen Roten Kreuzes, in den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch.

Der Digitalisierung analoger Werke setzt das Urheberrecht jedoch strikte Grenzen. Werke werden also weiterhin physisch ausgeliehen werden, womit auch die Bibliothek als Ort notwendig bleibt.

Die NB ist eine Institution des Bundesamts für Kultur. Der Bund wandte im Jahr 2016 37,7 Millionen Franken (2015: 37,8 Millionen Franken) für sie auf. Darin eingeschlossen sind die Ausgaben für die Tochterinstitutionen, das Schweizerische Literaturarchiv, das Centre Dürrenmatt Neuchâtel und die Schweizerische Nationalphonothek.

 

Quelle: Schweizerische Nationalbibliothek
Artikelbild: Symbolbild © Alim – shutterstock.com



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