Projekt sensibilisiert für einzigartige Kulturlandschaft des Valle Bavona

17.05.2017 |  Von  |  News, Projekte
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Projekt sensibilisiert für einzigartige Kulturlandschaft des Valle Bavona
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Am 16. Mai 2017 wurde das Laboratorio Paesaggio an einer Lancierungsfeier in Mondada im Beisein zahlreicher Gäste und einer Primarschulklasse öffentlich präsentiert.

Es handelt sich um ein Sensibilisierungsprojekt der Fondazione Valle Bavona (FVB), das in enger Zusammenarbeit mit dem Schweizer Heimatschutz erarbeitet wurde und von diesem wie auch dem Dipartimento del territorio des Kantons Tessin finanziell mitgetragen wird.

Mit verschiedenen Bildungs- und Vermittlungsangeboten soll der Blick für die einzigartige Kulturlandschaft des Valle Bavona bei Gross und Klein geschärft und die Bereitschaft für ein aktives Engagement gestärkt werden.

Bedrohte Zeugnisse im Bavonatal

Im Bavonatal sind einzigartige Zeugnisse der traditionellen bäuerlichen Kultur erhalten geblieben. Der Mensch lernte im Laufe der Jahrhunderte, der Natur Raum zum Leben und Überleben abzutrotzen. Heute berührt, verblüfft und fasziniert uns die so entstandene Landschaft. Dank Geschicklichkeit und Beharrlichkeit vermochte man während Jahrhunderten ein harmonisches Gleichgewicht zu bewahren.

Inzwischen sind die Resultate dieser mühseligen Arbeit jedoch bedroht: Seit die herkömmliche Alpwirtschaft aufgegeben wurde, ist der Wald auf dem Vormarsch, und ohne das beständige Engagement der Talbewohner und lokaler und kantonaler Institutionen würde alles verloren gehen.

Ein geschütztes Tal hautnah erfahren

„Nur was wir kennen, können wir schützen.“ Mit diesen Worten begrüsste Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, die anwesenden Kinder und brachte damit das Kernanliegen des Laboratorio Paesaggio auf den Punkt. Mit den Vermittlungsangeboten des Laboratorio Paesaggio soll das Valle Bavona einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.

Durch den aktiven Einbezug von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern wird ein grösseres Bewusstsein für den Wert dieser Landschaft geschaffen. Nach der Erwähnung der wichtigsten Projektetappen erinnerte Biéler an die Unterstützung, die der Schweizer Heimatschutz der FVB dank eines Legats seit 1994 gewährt.

Der Schweizer Heimatschutz begleitet das Laboratorio Paesaggio gleichzeitig auch fachlich. Auch der Kanton Tessin wurde für seine finanzielle Unterstützung verdankt. Anschliessend betonte Paolo Poggiati, Vertreter des kantonalen Dipartimento del Territorio, dass ein solches Projekt gerade im Valle Bavona, das auf Bundesebene geschützt ist, für den gesamten Alpenraum vorbildlich sei. Dank der Arbeit der FVB kann der Kanton auf eine dauerhafte, nachhaltige Bewirtschaftung zählen.

Rachele Gadea Martini, die Koordinatorin der Fondazione Valle Bavona, erläuterte, dass das Laboratorio Paesaggio aus dem dringlichen Bedürfnis heraus entstanden sei, etwas aus den 25 Jahren Arbeit der FVB zu machen. Die breite Öffentlichkeit, Erwachsene wie Kinder, sollen die schöne Landschaft nicht nur sehen und würdigen können, sondern auch direkt daran beteiligt werden.

Aktiv mitmachen

Neugierig folgten die anwesenden Gäste den Schulkindern, die an diesem Tag im Weiler Mondada mit ihrer Klasse an einem Workshop des Laboratorio Paesaggio teilnahmen. Die Kinder backten Kastanienbrot (fiascia), und zwar in einem Holzofen, der in einem splüi (einer Höhle unter einem Felsen) untergebracht ist.

Zuvor hatten sie mit einer cadola, einer hölzernen Rückentrage, eifrig Brennholz gesucht. Ausserdem legten sie auf einem Felsblock einen hängenden Garten für den Anbau von Kartoffeln und Zwiebeln an. Schliesslich machten sie sich auf eine Schatzsuche durch die engen Gassen und caraa (mit Trockenmauern gesäumte Strässchen) des Weilers.

Pierluigi Martini, Präsident der FVB und Gemeindepräsident von Cevio, betonte, dass es wichtig sei, nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch die Bevölkerung und lokale wie externe Institutionen aktiv einzubeziehen. Er zeigte sich äusserst zufrieden darüber, dass dieser Bereich mit dem Laboratorio Paesaggio nun auf eine solide Basis gestellt wird. Gleichzeitig äusserte er aber auch eine gewisse Sorge in Bezug auf die Zukunft und erinnerte daran, dass ein kontinuierliches, praktisches wie finanzielles Engagement aller Beteiligter von grundlegender Bedeutung sei.






Freiluftlabor mit vielfältigen Möglichkeiten

Das Valle Bavona ist ein Freiluftlabor, das allen die Möglichkeit geben soll, ihr Wissen über das Tal zu vertiefen, Hintergründe zu erfahren und zu verstehen, was es ideell, finanziell und fachlich bedeutet, eine solche Landschaft zu bewahren. Für Kinder soll das Tal anfassbar und erfahrbar sein, sie sollen eine emotionale Bindung entwickeln und sich im Bavonatal wohlfühlen. Neugier und die Lust darauf, mehr zu wissen, führen dazu, dass sie später vielleicht mit der Familie oder Freunden wiederkommen oder sich als Erwachsene engagieren wollen. Zur Erreichung seiner Ziele arbeitet das Laboratorio Paesaggio auch mit externen Fachleuten verschiedener Gebiete wie Natur und Biodiversität, Geschichte und Kultur, Architektur, Literatur usw. zusammen.

Das Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm kann von der Website (bavona.ch) heruntergeladen werden. Es umfasst Filmvorführungen, Exkursionen und Freiwilligeneinsätze. Im Herbst wird es eine Veranstaltungsreihe für Kinder zum Thema Kastanien geben. In den Informationsstellen in Cavergno, San Carlo und Prèsa (APAV) sind vertiefende Informationen über das Valle Bavona zu finden.

Didaktische Materialien für Lehrer und Schulklassen können auf der Geschäftsstelle in Cavergno oder via Wesbsite bezogen werden. Für Schulklassen bietet das Laboratorio Paesaggio zudem flexible praktische und didaktische Aktivitäten an, zudem veranstaltet es einen literarischen Wettbewerb für Erwachsene und Kinder.

Oberstes Bild: Philippe Biéler, Präsident des Schweizer Heimatschutzes, begrüsst die anwesenden Kinder. Am 16.5.2017 wurde das Laboratorio Paesaggio an einer Lancierungsfeier in Mondada im Beisein zahlreicher Gäste und einer Primarschulklasse öffentlich präsentiert.

 

Quelle: Schweizer Heimatschutz
Bildquelle: Schweizer Heimatschutz

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