Ideen Schweiz – Was macht das Land zu dem, was es heute ist oder scheint?

16.12.2016 |  Von  |  News
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Ideen Schweiz – Was macht das Land zu dem, was es heute ist oder scheint?
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Wer den Eingangsbereich des Neubaus im Landesmuseum Zürich betritt, wird mit einer eindrucksvollen Installation konfrontiert. Dem Besucher präsentieren sich die Schriften von Etterlin, Calvin, Rousseau und Dunant sowie die Dufourkarte und das Gotthardrelief. Die Installation unter dem Titel „Ideen Schweiz“ soll dazu einladen, die Schweiz zu entdecken und zu entschlüsseln. Was macht die Schweiz zu dem, was sie heute ist oder zu sein scheint?

Begleitend dazu findet jeweils eine passende Wechselausstellung statt. Den Anfang macht eine publizistische Ikone der jüngeren Geschichte: die vor 75 Jahren gegründete Zeitschrift „du“. Mit „du – seit 1941“ ermöglicht das Landesmuseum zum ersten Mal eine Gesamtschau der „du“-Jahre im 20. Jahrhundert.


Das Gotthardrelief aus Gotthardgranit ist eine Dauerleihgabe der vier Gotthardkantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis. Es wurde eigens für die EXPO Milano 2015 hergestellt. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Das Gotthardrelief aus Gotthardgranit ist eine Dauerleihgabe der vier Gotthardkantone Uri, Graubünden, Tessin und Wallis. Es wurde eigens für die EXPO Milano 2015 hergestellt. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Guillaume-Henri Dufours topographische Darstellung der Schweiz 1:100‘000 ist die erste exakte Karte der Schweiz. Die über Jahre aufwändig zusammengetragenen Daten wurden mit Sticheln auf 25 Kupferplatten übertragen. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Guillaume-Henri Dufours topographische Darstellung der Schweiz 1:100‘000 ist die erste exakte Karte der Schweiz. Die über Jahre aufwändig zusammengetragenen Daten wurden mit Sticheln auf 25 Kupferplatten übertragen. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Vier repräsentative Schriften

Die neue Installation „Ideen Schweiz“ präsentiert Geschichten, die wir erzählen, oder solche, die über uns erzählt werden und so unsere Gemeinschaft prägen. Vier Schriften stehen dafür repräsentativ: Die gesamtschweizerische Chronik von Petermann Etterlin, Jean Calvins „Institutio Christianae Religionis“, Jean-Jacques Rousseaus Abhandlung zur Erziehung des Menschen in der Idylle der Natur sowie „Un Souvenir de Solférino“ von Jean-Henri Dunant.

Durch das Blättern in interaktiven Büchern erfahren die Besucher, wie die Texte noch heute die Idee der Schweiz beeinflussen. Das Gotthardrelief der Expo 2015 und die Dufourkarte, ein Meisterwerk der Kartographie, laden die Besucher mir virtuell ergänzten Inhalten ein, die Schweiz geografisch, demografisch und sozioökonomisch zu erforschen.


Petermann Etterlins Chronik von 1507 enthält erstmals in gedruckter Form die Gründungsgeschichte der Eidgenossen – die Schweizer Befreiungssage aus dem Spätmittelalter. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Petermann Etterlins Chronik von 1507 enthält erstmals in gedruckter Form die Gründungsgeschichte der Eidgenossen – die Schweizer Befreiungssage aus dem Spätmittelalter. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Mit seinem Buch «Un souvenir de Solférino» legte Henri Dunant den Grundstein für die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) 1863. Bild: Otto Rietmann, St. Gallen. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Mit seinem Buch «Un souvenir de Solférino» legte Henri Dunant den Grundstein für die Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) 1863. Bild: Otto Rietmann, St. Gallen. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Jean-Jacques Rousseaus 1762 entstandenes Werk «Emile ou de l’éducation» beschreibt die «natürliche» Erziehung eines Knaben zum Bürger. Illustration aus «Emile ou de l’éducation», Jean-Michel Moreau dem Jüngeren zugeschrieben. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Jean-Jacques Rousseaus 1762 entstandenes Werk «Emile ou de l’éducation» beschreibt die «natürliche» Erziehung eines Knaben zum Bürger. Illustration aus «Emile ou de l’éducation», Jean-Michel Moreau dem Jüngeren zugeschrieben. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Der Genfer Reformator Jean Calvin (1509 – 1564) schuf mit «Institutio» ein Werk, das weit über den Protestantismus hinaus die Wertevorstellungen künftiger Generationen prägte. Druckgraphik. Porträt Johann Calvin (1509-1564), von Genf. Nach 1800. Fr. Wentzel. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Der Genfer Reformator Jean Calvin (1509 – 1564) schuf mit «Institutio» ein Werk, das weit über den Protestantismus hinaus die Wertevorstellungen künftiger Generationen prägte. Druckgraphik. Porträt Johann Calvin (1509-1564), von Genf. Nach 1800. Fr. Wentzel. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


„du“ – eine Kulturzeitschrift als Monument

Das „du“ ist eines der wenigen Magazine, die nicht im Altpapier verschwinden und sogar Sammlerwert erlangen. Das von Arnold Kübler 1941 gegründete Kulturmagazin hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Mit gesellschaftspolitisch wichtigen Texten und emotionalen Bildstrecken baute sich das Heft eine Leserschaft weit über die Schweizer Grenzen auf. Mitte der 50er-Jahre waren es bereits über 30‘000 Leser. Mit beinahe jedem Wechsel in der Chefredaktion wurde die Zeitschrift neu erdacht und gestaltet.

Seit 1941 sind hunderte „du“-Magazine entstanden. Zum ersten Mal ermöglicht das Landesmuseum Zürich eine Übersicht seit den Anfängen im Jahr 1941, bis zum Verkauf des „du“ durch ihre damalige Inhaberin, die Tamedia AG, zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Anhand von ausgewählten Ausgaben und mit noch kaum bekannten Dokumenten erzählt die Ausstellung, wie die jeweiligen Chefredaktoren und ihre Fotografen das Magazin in ihrem Zeitgeist geprägt haben. Die Besucher können in „du“-Heften aus mehreren Jahrzehnten blättern.


Die Ausstellung im Landesmuseum ermöglicht zum ersten Mal eine Gesamtschau der «du»-Jahre im 20. Jahrhundert. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)

Die Ausstellung im Landesmuseum ermöglicht zum ersten Mal eine Gesamtschau der «du»-Jahre im 20. Jahrhundert. (Bild: © Schweizerisches Nationalmuseum)


Der Schriftsteller V. S. Naipaul (links) mit Dieter Bachmann, Chefredaktor von 1988 bis 1998, in Zürich, 1993. (Bild: © Schweizerische Nationalbibliothek)

Der Schriftsteller V. S. Naipaul (links) mit Dieter Bachmann, Chefredaktor von 1988 bis 1998, in Zürich, 1993. (Bild: © Schweizerische Nationalbibliothek)


Titelblatt der ersten «du» Ausgabe vom März 1941. (Bild: © Du Kulturmedien AG)

Titelblatt der ersten «du» Ausgabe vom März 1941. (Bild: © Du Kulturmedien AG)


«du»-Titelblatt der Ausgabe Mai 1946. Der Fotograf Walter Bischof porträtiert das kriegsversehrte Europa. Das Bild zeigt einen Jungen mit Verletzungen von Granatsplittern im Gesicht. (Bild: © Du Kulturmedien AG)

«du»-Titelblatt der Ausgabe Mai 1946. Der Fotograf Walter Bischof porträtiert das kriegsversehrte Europa. Das Bild zeigt einen Jungen mit Verletzungen von Granatsplittern im Gesicht. (Bild: © Du Kulturmedien AG)


Oberstes Bild: Die Ausstellung im Landesmuseum präsentiert vier Schriften von Autoren, welche mit ihren Ideen beigetragen haben, das Bild der heutigen Schweiz zu zeichnen: Henri Dunant, Jean-Jacques Rousseau, Jean Calvin und Petermann Etterlin.

 

Quelle: Schweizerisches Nationalmuseum
Artikelbild: © Schweizerisches Nationalmuseum



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