Architektur der 50er-Jahre in den Alpen

13.09.2016 |  Von  |  News
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Architektur der 50er-Jahre in den Alpen
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Die diesjährigen Europäischen Tage des Denkmals stehen unter dem Motto „Oasen“. Zu diesem Thema zeigt das Nidwaldner Museum im Salzmagazin eine Ausstellung zu zwei Biotopen der Architektur der 50er-Jahre auf dem Bürgenstock und in der Leventina. Die Ausstellung wird am 10. September eröffnet und dauert bis zum 20. November 2016.

Was verbindet die beiden ausgewählten Orte ausser dem Entstehungszeitraum und der ländlichen Lage im Alpenraum? Als gemeinsamer Nenner der beiden Stationen kann der Anfang eines Aufbruchs in den optimistischen Nachkriegsjahren, wohl unter dem Einfluss amerikanischer Populärkultur, genannt werden. Ein Lifestyle, der in vielen Bereichen darum bemüht war, wieder Farbe und Heiterkeit in den grauen Alltag zu bringen und der es auch ohne Hemmungen verstand, „High“ und „Low“ zu vermischen.

Beim Bürgenstock als Resort der Belle Époque wurde neben den Hotelbauten schon früh auf Erlebnis-Anlagen gesetzt, wie beispielsweise den abenteuerlichen Felsenweg. Dieser führt am fast senkrecht verlaufenden Berg entlang zu einem Tunnel, in dem die Gäste zum Hammetschwandlift finden.


Wie Hotelier Fritz Frey den Bürgenstock in den 1960-er Jahren erweitern wollte, zeigt dieses Modell in der Ausstellung des Nidwaldner Museums im Salzmagazin.

Wie Hotelier Fritz Frey den Bürgenstock in den 1960-er Jahren erweitern wollte, zeigt dieses Modell in der Ausstellung des Nidwaldner Museums im Salzmagazin.


Hotelier Fritz Frey, der 1953 die Geschäfte seines verstorbenen Vaters übernahm und, durch eine Amerika-Reise inspiriert, die Erlebnis-Welt Bürgenstock in den 50er-Jahren mit diversen Pavillonbauten erweiterte, konnte mit dieser Erneuerung die Hotelanlage zu einer neuen Blüte führen. Die Gebäude mit unterschiedliche Funktionen wurden teilweise von bekannten Luzerner Architekten realisiert, jedoch immer unter der Gesamtaufsicht des architekturinteressierten Hoteliers Fritz Frey.

In der Leventina präsentiert sich die Situation anders. Hier wurden alle Bauten von einem Team realisiert: Das Brüderpaar Guscetti, welches aus einem Architekten und einem Ingenieur bestand. Sie gründeten 1953 eine Bürogemeinschaft in ihrem Heimatdorf Ambri in der oberen Leventina. Entlang der Kantonsstrasse in Ambri konnten sie verschiedene Bauten realisieren, die heute noch ins Auge stechen, wenn man nicht auf der Autobahn ins Tessin fährt.

Die Brüder Guscetti waren zwischen 25 und 30 Jahren alt, als sie, inspiriert durch verschiedene bekannte Architekten, ihr Frühwerk in der Leventina realisierten. Sie überraschen im Rahmen von unterschiedlichen Bauaufgaben mit teilweise unorthodoxen Lösungen, wie Überhöhungen oder Ausdrehungen von Baukörpern. Auch hier ist der amerikanische Einfluss zu spüren.

Das Nidwaldner Museum richtet in seiner Ausstellung „Der Traum von Amerika – 50er-Jahre-Bauten in den Alpen“ den Blick auf architektonische Kleinodien, aber auch auf die Frage, was dieses architektonische Erbe heute bedeutet und welche Rolle diese Bauten heute übernehmen können.
Gleichzeitig im Salzmagazin zu sehen ist die Ausstellung „Heinrich Zschokke in Stans – Im Dialog mit einem Gestalter der modernen Schweiz“. Sie wird bis zum 20. November 2016 verlängert.



Eröffnung: Samstag, 10. September, 17 Uhr. Salzmagazin

Begrüssung durch Stefan Zollinger, Vorsteher Amt für Kultur / Leiter Nidwaldner Museum. Einführung durch Marcel Just, Kurator, und Gerold Kunz, Denkmalpfleger Kanton NW.

Samstag, 1. Oktober, 11.00 Uhr, Bürgenstock

Führung mit Meret Speiser, Kunsthistorikerin, und Gerold Kunz, Denkmalpfleger Kanton NW, zu den 50er-Jahre Objekten auf dem Bürgenstock. Treffpunkt Parkplatz beim Eingang zur Baustelle. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, bitte anmelden bis Dienstag, 27. September.

Mittwoch, 2. November, 18.30 Uhr, Salzmagazin

Schlaglichtrundgang durch die Ausstellung mit Marcel Just, Kurator, und Meret Speiser, Kunsthistorikerin.

Nidwaldner Museum

Mürgstrasse 12, Postfach 1244, 6371 Stans

T: 041 618 73 40

www.nidwaldner-museum.ch

 

Artikel von: Nidwaldner Museum
Bilder: Nidwaldner Museum, Christian Hartmann

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