Casa Regina – Leventina-Geschichte spüren

07.09.2016 |  Von  |  Bauwerke, Denkmalschutz, News
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Casa Regina – Leventina-Geschichte spüren
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Die Stiftung Ferien im Baudenkmal ist eine vom Schweizer Heimatschutz getragene Einrichtung, die sich der sanften Renovierung vom Verfall bedrohter Baudenkmäler verschrieben hat und diese als Ferienwohnungen der Öffentlichkeit zugänglich macht.

Ab sofort erweitert ein neues Kleinod das Angebot von Ferien im Baudenkmal. Hoch über dem Tal in Calonico TI gelegen macht es die Geschichte der Leventina erlebbar. Die Casa Regina ermöglicht einen Aufenthalt für bis zu acht Personen.

Die Leventina – an einer wichtigen Handelsroute

Als die Casa Regina im Jahre 1684 erbaut wurde, hatte die Leventina schon einige Streitereien hinter sich. Das südliche Zugangstal zum Gotthardpass wurde schon früh als Säumer- und Handelspfad genutzt und sowohl die Eidgenossen nördlich des Gotthards wie auch die Podestaten aus Mailand wollten den Verkehrsweg kontrollieren und Steuereinnahmen generieren.

Der Streit fand 1480 mit der Anerkennung der lokalen Satzung der Talschaft unter der Herrschaft von Uri sein Ende. 300 Jahre später – mit dem Fall der Alten Eidgenossenschaft – verzichtete Uri auf die Herrschaft über die Leventina. Von dieser Zeit zeugt der im Tessin wenig verbreitete Blockbau der Casa Regina. Die Steinbauweise im bergseitigen Teil des Hauses hingegen lässt sich einerseits auf die grosse Verfügbarkeit des Baumaterials und andererseits auf die eher mit Reichtum gesegneten Mailänder Familien zurückführen.


Calonico Aussicht (Bild: © Ferien im Baudenkmal)

Calonico Aussicht – Leventina, Tessin (Bild: © Ferien im Baudenkmal)


Bedeutung in der Zeit der Säumer

Die Zeit der Säumer – im Haus ablesbar im offenen Estrichbereich, der zur Trocknung der typischen Tessiner Landwirtschaftswaren diente – fand 1830 durch die Eröffnung der Tremola-Fahrstrasse und die 1882 fertig gestellte Gotthardbahn ihr Ende. Auch für die Casa Regina brach eine neue Zeit an, mit der Verlagerung der Handelsrouten auf Postkutsche und Schiene verlor das Haus an Bedeutung.

Ende des 20. Jahrhunderts wurde sie in einem vernachlässigten und unbewohnbaren Zustand veräussert und nach langem Leerstand 1985 umfassend restauriert – bei bestmöglicher Erhaltung der historischen Bausubstanz. So ist die Casa Regina gewappnet für das nächste Kapitel in der Geschichte der Leventina.

Schon für Herbsturlaub buchbar

Ab sofort  können bis zu acht Personen über www.magnificasa.ch ihre Ferien in der Casa Regina buchen und das Baudenkmal erleben und damit das neue Kapitel der Leventina mitgestalten. Vielleicht liegt die Zukunft im Wiederbeleben der Vergangenheit.

 

Artikel von: Stiftung Ferien im Baudenkmal
Artikelbild: © Ferien im Baudenkmal

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