Letzte Ruhe auf dem historischen Friedhof Wolfgottesacker

02.08.2016 |  Von  |  News
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Der Friedhof Wolfgottesacker in Basel-Gundeldingen steht unter Denkmalschutz. Aber nicht nur seine historische Bedeutung zeichnet ihn aus, er hat auch einen hohen Naturwert. Für die Stadtgärtnerei ist es eine anspruchsvolle Aufgabe, das Gartendenkmal mit den historischen Grabmalen zu bewahren.

Darüber hinaus möchte sie die Attraktivität für Bestattungen erhöhen, die Natur weiter fördern und den Ort in die Stadtrandentwicklung integrieren.

Bei der Eröffnung des Wolfgottesackers im Jahre 1872 lag der Friedhof noch ganz in ländlicher Umgebung und galt als eine der schönsten Anlagen der Schweiz. Mit der Eröffnung des Zentralfriedhofs am Hörnli 1932 gingen die Bestattungen auf dem Wolfgottesacker stark zurück. Auf dem Wolfgottesacker gelten von den 2800 Grabmalen rund ein Drittel als erhaltenswert – dies aufgrund der kunst- und kulturhistorischen Bedeutung der Grabstätte.

Die Gebäude im neuromanischen Stil sowie die gesamte Gartenanlage stehen ebenfalls unter Denkmalschutz. Heute werden noch jährlich rund 100 Urnenbestattungen und 20 Erdbestattungen in Familiengräbern durchgeführt.

Die Pflege und Entwicklung des Wolfgottesackers orientiert sich an einem Parkpflegewerk, dank dem die Qualitäten des Friedhofs bewahrt werden konnte. Dies ist wichtig, denn ausserhalb der Friedhofmauern verdichtet sich das Quartier zunehmend und rückt immer näher an den Friedhof heran.

Um seine aktuelle Gestaltung, die nötige Ruhe sowie die Naturqualitäten beibehalten zu können, ist der Erhalt und die Pflege des alten, grossen Baumbestandes sowie der Infrastruktur wesentlich. Die Stadtgärtnerei stellt mit gezielter Pflanzenwahl und entsprechender Pflege sicher, den Friedhof vom geschäftigen Treiben des Dreispitzes und der Einfahrtsschneise des Bahnhofs SBB so gut wie möglich abzuschirmen.

Ergänzend zum Parkpflegewerk wurde im Jahr 2015 ein Gutachten zur Beurteilung der Naturwerte erstellt. Der Friedhof bietet durch seine Artenvielfalt an Sträuchern, Hecken und Bäumen sowie mehreren Teichen wertvolle Lebensräume für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fledermäuse. Die Stadtgärtnerei berücksichtigt dies bei ihrer Pflege, indem sie nebst Rasen auch Blumenwiesen anlegt, auf eine artenreiche Krautschicht der Bodendecker achtet und dafür sorgt, dass die Teiche genügend Sonnenlicht erhalten.

Nebst der historischen Bedeutung und den besonderen Naturwerten darf nicht in Vergessenheit geraten, dass der Wolfgottesacker ein Friedhof ist, der für Bestattungen attraktiv ist. Die Nutzungsrechte eines historischen Grabes können von jedermann erworben werden, die vor einem Jahr aufwändig renovierte Kapelle steht für Abdankungsfeiern bereit.

Der Wolfgottesacker ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar und liegt je nach Wohnort der Hinterbliebenen näher als der Friedhof am Hörnli. Die beiden Friedhöfe haben gemeinsam, dass Trauernde ideale Bedingungen vorfinden, ihren Verstorbenen zu gedenken: Sie sind ruhig, gepflegt und rollstuhlgängig. Ausserdem bieten sie die nötige Infrastruktur für die Grabpflege. Sie verfügen über Sitzmöglichkeiten und Spazierwege, um die Natur zu geniessen. Unweit der Hektik vor den Friedhofspforten finden hier Trauernde und Erholungssuchende eine Auszeit vom Alltag.

 

Artikel von: Basel-Stadt, Bau- und Verkehrsdepartement, Stadtgärtnerei
Artikelbild: © Basel-Stadt

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