Einzigartige Ikonensammlung im Kunstmuseum St.Gallen

17.03.2016 |  Von  |  Ausstellung, Denkmalschutz, Kunst
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Einzigartige Ikonensammlung im Kunstmuseum St.Gallen
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Durch eine umfangreiche Schenkung erwarb das Kunstmuseum St.Gallen 2013 die grösste und bedeutendste institutionelle Ikonensammlung der Schweiz. In der Ausstellung „Heilige, Wunder und Visionen“ hat die Öffentlichkeit erstmals die Gelegenheit, die Highlights dieser einmaligen Kollektion in einer aussergewöhnlichen zeitgenössischen Inszenierung des Künstlers Gerwald Rockenschaub zu bestaunen. Die Ausstellung wird am 8. April eröffnet und ist dann vom 9. April bis 11. September zu sehen. 

Die ausserordentliche Schenkung von Dr. med René und Lotti Gürtler umfasst ein in der Schweiz einzigartiges Konvolut: über hundertfünfzig Ikonen aus postbyzantinischer Zeit, rund vierzig Kleinantiquitäten teilweise byzantinischer Herkunft und eine slawische Handschrift aus liturgischem Zusammenhang sowie ein Dutzend westeuropäischer Heiligenskulpturen aus dem 14. bis 17. Jahrhundert.

Vorwiegend stammen die orthodoxen Kultbilder aus Russland und Griechenland, aber es finden sich auch Exemplare aus Äthiopien und Rumänien in der grossartigen Sammlung Gürtler. Während mehr als fünf Jahrzehnten trugen der ehemalige Spezialarzt und seine Gattin die erlesenen Kostbarkeiten zusammen.

Die Ikone besitzt in der orthodoxen Kirche eine zentrale Bedeutung. Aufgrund der starken Orientierung an der byzantinischen Bildtradition fand sie in den Ländern der Ostkirche nach dem Zerfall dieses Kaiserreichs eine vielfältige Weiterentwicklung: Durch die geografische und politische Distanz von westlichen Einflüssen abgeschirmt, präsentiert die Ikonenmalerei eine in sich geschlossene Bildwelt.


Die Heiligen Zosima und Savvatij und das Solovki-Kloster. Russland, 17. Jahrhundert, Kunstmuseum St.Gallen (Bild: © obs/Kunstmuseum St.Gallen/Sebastian Stadler)

Die Heiligen Zosima und Savvatij und das Solovki-Kloster. Russland, 17. Jahrhundert, Kunstmuseum St.Gallen (Bild: © obs/Kunstmuseum St.Gallen/Sebastian Stadler)


Die Ausstellung im Kunstmuseum St.Gallen versammelt Meisterwerke der Ikonenmalerei aus dem 16. bis 19. Jahrhundert und gewährt einen vertieften Einblick in die Kunst aus dem Osteuropäischen Kulturraum. Diese wird Heiligenskulpturen, liturgischen Glaubenssymbolen und Zeugnissen der mittelalterlichen Buchkunst (Leihgaben der Stiftsbibliothek St.Gallen) gegenübergestellt, wodurch einzigartige Brückenschläge zwischen Ost und West ermöglicht werden.

Dank der beeindruckenden Inszenierung durch Gerwald Rockenschaub, dem das Kunstmuseum St.Gallen zeitgleich eine umfangreiche Einzelausstellung widmet, öffnet sich die traditionelle Ikonenmalerei der Kunst der Gegenwart und erlaubt somit einen weiteren spannenden Dialog.

Ausstellung: „Heilige, Wunder und Visionen“

Ort: Kunstmuseum St.Gallen

Eröffnung: 8. April 2016

Dauer: 9. April bis 11. September 2016

 

Artikel von: Kunstmuseum St.Gallen
Artikelbild: © WWHenderson20, Wikimedia, GNU

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