Der alte Saumweg im Talboden der Reuss

18.09.2014 |  Von  |  Allgemein, Denkmalpflege
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Der alte Saumweg im Talboden der Reuss
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Der Teil des alten Saumweges durch Uri, der von Amsteg über Attinghausen nach Flüelen führt, ist heute ein beliebter Wanderweg. Obwohl die Strecke in gut vier Stunden erwandert werden kann, sollte mehr Zeit eingeplant werden: Es gibt viele interessante Zeitzeugen entlang des Weges zu entdecken. Leider wurde ein Bauwerk, welches jahrhundertelang eine bedeutende Rolle auf dem Handelsweg spielte, Anfang des 20. Jahrhunderts abgerissen: die alte Sust in Flüelen.

Der Saumweg vermittelt ein eindrückliches Bild des Passverkehrs, welcher im 13. Jahrhundert seinen Anfang hatte. Örtliche Genossenschaften, wie Transport- und natürlich die Schifffahrtsgesellschaften, waren für dessen Unterhalt verantwortlich, wobei jede Genossenschaft war für ihr Gebiet das Monopol besass. Sie kassierten den Fuhrlohn und hatten noch eine weitere Einnahmequelle, nämlich die Führleite: die Gebühr, welche Kaufleute, die ihre Waren mit eigenen Saumtieren transportierten, an die Säumergenossenschaften abzuführen hatten.



Entlang der Säumerwege standen die Susten, Magazine, in denen die Waren gewogen, signiert und gelagert wurden. Der Hauptumschlagsplatz für sämtliche Waren, welche nach oder von Uri kamen, war die Sust am Hafen von Flüelen. Sie wurde erstmals 1309 urkundlich erwähnt, war wahrscheinlich aber sogar noch älter. Unmittelbar am Wasser gelegen, konnten Säumer und Schiffer die Ladungen geschützt unter dem Dach der Sust umladen. Bis ins 18. Jahrhundert war dieser Umschlagplatz von grosser Bedeutung.

Flüelen von der Axenstrasse aus gesehen (Bild: Andreas Faessler, Wikimedia, CC)

Flüelen von der Axenstrasse aus gesehen (Bild: Andreas Faessler, Wikimedia, CC)

Als 1850 der Zoll wegfiel, verlor die Sust erstmals an Wichtigkeit. Diese ging mit der Inbetriebnahme der Gotthardbahn noch weiter zurück. Bis 1886 wurde sie als Salzmagazin genutzt. Wirt und Schiffskapitän Jost Sigrist hätte das alte Gebäude im Jahre 1899 gerne käuflich erworben, bekam jedoch auf sein Kaufbegehren hin von der Urner Regierung eine Abfuhr. Herr Sigrist unternahm 1905 zwei weitere vergebliche Versuche, die inzwischen verwahrloste alte Sust zu kaufen. 1907 versteigerte die Urner Regierung diese, woraufhin sie abgebrochen wurde. An ihrer Stelle entstand der Anbau des Hotels Sternen. Leider war damals noch keine Denkmalpflege zum Schutz solcher geschichtsträchtiger Gebäude im Einsatz.

Auf einer Wanderung auf dem Saumpfad lassen sich aber noch etliche, teils sehr gut erhaltene, Zeitzeugen entdecken, von denen viele unter Denkmal- oder Heimatschutz stehen. So trifft man immer wieder auf prachtvolle alte Urnerhäuser. In Attinghausen ist eine der bedeutendsten Burgruinen des Kantons zu sehen.

Burgruine Attinghausen (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, CC)

Burgruine Attinghausen (Bild: Roland Zumbuehl, Wikimedia, CC)

Die Anlage diente einst den Freiherren von Attinghausen als Wohnsitz. Im Weiler Obersilenen, der als nationale Sehenswürdigkeit gilt, steht die 5-stöckige Turmruine aus dem Jahre 1240, welche von den „Edlen Freiherren von Silenen“ erbaut wurde. Hier zog man einst die Zehnten und Zinsen ein, um diese an das Fraumünster weiterzuleiten. Ein Schmuckstück ist die frühbarocke Jagdmattkapelle bei Erstfeld. Ihre erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1339, der Neubau der jetzigen Kapelle wurde jedoch 1640 fertiggestellt. Heute ist diese eine Landeswallfahrtskapelle und wird von vielen Brautpaaren als Heiratskapelle gewählt.



 

Oberstes Bild: Wanderweg an der Reuss (© Joujou  / pixelio.de)



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